Gleich nach dem Aufwachen packen wir unsere Sachen und machen uns fertig für die Abreise. Unser nächstes Ziel ist Ilhabela, was schöne Insel bedeutet. Als wir durch São Paulo fahren, wird uns erneut bewusst, wie groß diese Stadt eigentlich ist. Es tut sich einiges auf den Straßen, aber unserer Erfahrung nach können wir behaupten, dass die Brasilianer sehr zivilisierte Autofahrer sind. Auch würden wir das Autofahren in dieser Stadt nicht als letztes Abenteurer bezeichnen, da gibt es weitaus schlimmeres. Gemächlich kommen wir voran. Wenn die Ampeln auf rot stehen, versuchen Straßenhändler ihre Waren zu verkaufen.

Irgendwann sind wir dann doch aus der Stadt draussen und fahren die Bundesstraßen entlang.

Immer wieder stehen Bauern am Straßenrand im Nirgendwo und bieten Früchte an. Wir halten an und kaufen uns frische rote Litschi.

Nach etwa zwei Stunden Fahrt entdecken wir am Straßenrand den Wegweiser zu einem Badestrand. Da es ohnehin Zeit für eine Pause war, beschließen wir spontan einen Badestopp einzulegen. Wir suchen im Kofferraum nach unseren Badesachen und nehmen einen Trampelpfad zum Strand.

Dort treffen wir auf einen naturbelassenen Strand an dem nur wenige Einheimische anzutreffen sind.

Das Wasser ist herrlich warm, aber die Wellen zwischendurch ziemlich stark.

Ein Stück weiter weg entdecken wir einen Verkaufswagen. Wir kaufen Wasser und einen Snack ehe wir weiter Richtung Ilhabela fahren. Zahlreiche kleine Dörfer kreuzen unseren Weg während der Fahrt. Allesamt sind sehr besonders und auf ihre Art schön und auch hier treffen wir ausschließlich auf freundliche Menschen. Die Wege sind gesäumt mit Bananenstauden und Mangobäumen mit reifen Früchten.

Die Autofähre führt uns auf die Insel. Jetzt müssen wir eine Unterkunft suchen. Ilhabela ist nur zur Hälfte mit dem Auto befahrbar. Wir fahren die Hälfte der Möglichkeit ab, sind aber von den Stränden nicht überzeugt und fahren zurück ins Zentrum, da es schon Abend ist und wir noch eine Schlafmöglichkeit für die nächsten beiden Nächte finden müssen. Ein Parkplatz ist schnell gefunden und zu Fuß gehen wir den Hügel hinauf zu einer Pousada, einer privaten Unterkunft, die im Google mit guten Bewertungen zu finden war. Auf alte „walk in“ Marnier läuten wir an und fragen, ob noch ein Zimmer frei ist. Zugegeben war es ein Risiko, da die Einwohner von São Paulo das Wochenende gerne auf den umliegenden Inseln verbringen. Aber wir haben Glück und bekommen ein Zimmer. Die Pousada Recanto da Vila ist einfach und farbenfroh und die Vermieter sind sehr gastfreundlich.

Der Herr des Hauses glaubt frische Acerolabeeren vom Boden auf und gibt sie uns zum Verkosten. Es ist sehr paradiesisch hier und erinnert ein bisschen an ein großes Baumhaus im Tropenwald.

Eine schnelle Dusche und schon machen wir uns auf den Weg zum Hafen für einen Sundowner. Das anschließende Abendessen nehmen wir im Restaurant Arumã ein.

Der Manager Fabian ist sehr bemüht und erklärt uns die portugiesische Speisekarte von Anfang bis zum Ende, auch Strandtipps bekommen wir von ihm. Völlig vollgegessen starten wir im Cafe gegenüber erneut einen Versuch guten Kaffee zu bekommen, doch auch diesmal wird nichts daraus. Kaffee hätten wir uns in Brasilien viel besser vorgestellt, macht aber nichts, dafür bekommen sie die Caipirinhas sehr gut hin. Am Dorfplatz findet heute eine Musikveranstaltung statt, dort schauen wir noch vorbei, ehe wir kurz vor Mitternacht den Fußmarsch nach Hause antreten.

Boa noite, Ilhabela