Vorbereitungen für unsere Mexikoreise

Mexiko steht auf unserer Bucket List ziemlich weit oben. Im Frühling 2021 werden die Reisepläne in das für uns noch bislang unbekannte Land unerwartet konkret. Wir sind grad im Auto zu lieben Freunden nach Tirol unterwegs, als ich von einem Arbeitskollegen die Information bekomme, dass es gerade attraktive Flugangebote nach Cancun gibt. Wir sind vor wenigen Wochen erst aus Tansania zurück gekommen und eine weitere Fernreise für dieses Jahr war nicht geplant. Wir schieben den Gedanken somit gleich mal wieder weg. Unsere Freunde in Tirol waren schon mal in Mexiko und so haben wir dieses Thema nochmals aufgebracht. Sie erzählen mit einer derartigen Begeisterung über die Erlebnisse und vielen tollen Eindrücke, die ihnen immer noch in Erinnerung sind. Die Erzählungen sind einfach viel zu spannend und so war klar, dass Mexiko unser nächstes Ziel sein soll, allerdings erst 2022. 

Als wir von Tirol nach Hause kommen, schauen wir gleich nach, wie lange das Flugangebot gültig ist. Bingo, es gilt auch für den Reisezeitraum Jänner und Februar 2022. Das nennen wir Schicksal, wir suchen sofort einen passenden Reisezeitraum und buchen die Flüge Wien-Mexiko City und zurück von Cancun nach Wien. So lange im Voraus haben wir noch nie gebucht, sind wir sonst immer recht spät dran. Nachdem wir jetzt ein Dreivierteljahr Zeit haben, legen wir alles wieder zur Seite, die Planung wollen wir erst im Spätherbst angehen. 

Erste Planung

Es ist bereits Dezember, die Zeit vergeht und wir haben noch nichts für Mexiko geplant. Nach den Weihnachtsfeiertagen wollen wir unsere Reise konkretisieren, bis zum Reiseantritt sind es dann nur noch 4 Wochen. 

Wir haben viele Tipps von unseren Freunden notiert, versuchen diese mal zu sortieren und eine für uns mögliche Route zusammen zu stellen. Wir wollen uns auf eigene Faust von Mexiko City nach Cancun bewegen. Es soll eine Mischung aus Bus und Auto werden. Nach einer halben Nachtschicht haben wir einen ersten Entwurf fertig. Wir denken, der Großteil ist geschafft, den Rest wollen wir die nächsten Tage machen. 

Doch weit gefehlt. Es stellt sich bald heraus, dass wir von manchen Orten nicht so einfach wegkommen, da es weder eine Busverbindung noch eine Möglichkeit eines Mietautos gibt. Wir müssten daher viel mehr Zeit für die einzelnen Stationen auf unserer Reise einplanen und manche Ziele wieder von unserer Route streichen. Das wollen wir aber keinesfalls. Wir tüfteln also noch eine ganze Weile herum, bis wir dann doch eine Lösung finden. Ein wenig Zickzack auf unserer Reise soll es uns möglich machen, all die geplanten Orte zu besuchen. Das bedeutet zwar etwas mehr Reiseaufwand und längere Fahrtzeiten, aber das ist es uns wert. Schnell buchen wir noch ein paar Unterkünfte, den Rest wollen wir dann kurzfristig vor Ort machen. 

Fischer

Bye bye Sansibar, Kwa heri Tansania

Der Tag der Abreise ist angebrochen und wieder wachen wir zeitig auf. Wir gehen noch ein letztes Mal am Strand laufen. Heute möchte sich die Sonne gar nicht zeigen, aber es ist schon sehr warm.

Beim Laufen spricht uns wieder ein Massai an. Sie sind meist verwundert, das man läuft und auch er sagt wieder „Pole Pole“ (langsam, langsam) zu uns. Ein Massai geht viele Kilometer am Tag und das bei jeder Hitze, kein Wunder, dass er da nicht ans Laufen denkt. Nach dem Laufen können wir uns heute nicht im Meer abkühlen, da die Ebbe viel stärker ist als die letzten Tage. Das Wasser geht nur noch bis zu den Waden. Dafür sind heute schon viele Fischer zu Fuss im Meer unterwegs und sind fleissig beim Fische fangen.

Wir gehen noch in den Pool schwimmen. Eigentlich könnten wir es hier noch länger aushalten, aber irgendwann geht auch der schönste Urlaub zu Ende.

Im Zimmer packen wir mal alle Sachen zusammen. Wir schütteln jedes Kleidungsstück einzeln aus, damit wir auch ja keine exotischen Krabbeltierchen mit nach Hause nehmen. Beim Packen sind wir schon Profis und es ist schnell erledigt und wir gehen zum Frühstück. Dieses genießen wir heute besonders lange, da wir noch genug Zeit haben. Wir unterhalten uns danach noch mit Jan und Salome, den Besitzern des Hotels.

Um elf Uhr holt uns ein Fahrer ab. Er meinte, dass im Moment so viele russische Touristen auf Sansibar sind und wir deshalb schon drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein sollen. Nachträglich stellt sich heraus, dass das nicht notwendig gewesen wäre. Es ist am Flughafen zwar sehr viel los, aber es geht alles zügig und unkompliziert voran.

Auf dem winzigen Flughafen gibt es sogar eine Lounge. Zwar keine in der gewohnten Ausführung, aber wir konnten noch einmal die köstlichen Cashew- und Erdnüsse aus Tansania genießen.

Wir gehen schon 20 Minuten vorm Boarding runter zum Gate und sehen, dass das Boarding schon voll im Gang war. Da es hier aber nur ein Gate und auch keine Anzeigen gibt, frage ich zur Sicherheit nach, ob es auch tatsächlich das Boarding für unseren Flug ist. Es ist unseres und schon sind wir am Weg ins Flugzeug. Als dann das Flugzeug auch noch 20 Minuten früher startet als geplant, kommen bei uns fast schon Zweifel auf, ob wir auch wirklich in der richtigen Maschine sitzen. Wird schon passen und wenn nicht, dann brauchen wir halt einen weiteren Urlaubstag.

Aber es läuft alles wie am Schnürchen. Den ersten Stopover haben wir am Flughafen Kilimandscharo. Da können aber alle, die nach Addis Abeba weiterfliegen sitzen bleiben. Alle anderen steigen aus und neue Passagiere steigen zu. Schon geht es weiter und wir landen planmässig in Äthiopien. Hier haben wir einen etwas mehr als 5 stündigen Aufenthalt. Aber was nimmt man nicht alles in Kauf, um reisen zu können und Langeweile kennen wir beide ohnehin nicht.

Wir vertreiben uns die Zeit und fliegen pünktlich Richtung Wien los.

Fazit unserer Reise:

Diese Reise war für uns aus vielerlei Hinsicht besonders.

Unser immer währendes Fernweh war diesmal, bedingt durch die Coronakrise und die damit einhergehenden wirtschaftlichen aber auch gesellschaftlichen Veränderungen, noch viel stärker als sonst. Wir hatten es satt von einem Lockdown in den nächsten zu rutschen und auch die Spaltung der Gesellschaft konnten wir kaum mehr ertragen.

Besonders war es auch, da wir sonst alles selbst planen und organisieren und keine geführten Reisen machen.

Umso mehr hat es uns gefreut, dass diese Reise trotz der Kurzfristigkeit möglich war.

Wir haben die letzten Tage überlegt, was uns von unserer Reise am besten gefallen hat. Aber wir können es beim besten Willen nicht sagen. Es war vom ersten Tag an einfach traumhaft, spannend, abenteuerlich und wir hatten so viel Spaß und Freude. Die Safari auf 9 Tage auszustrecken, war die beste Entscheidung. Hier gilt unser besonderer Dank der Familie Cholewa von Globetrotters Select, die uns dahingehend großartig und ehrlich beraten hat. Und auch der anschließende Aufenthalt auf Sansibar war für unsere Erholung sehr wichtig und traumhaft schön.

Wir haben wieder so viele tolle Plätze entdeckt, massenhaft Tiere gesehen, erleben dürfen und so viel über sie gelernt. Es war jeder einzelne Tag kurzweilig. Die Safari war toll angelegt, so dass man sich von Tag zu Tag mehr an die Natur herantasten konnte und am Ende eines Tages, konnte man sich nicht vorstellen, dass der nächste Tag die Erlebnisse noch übertreffen kann, doch er tat es.

Wir hatten auch viel Glück, weil wir Tiere gesehen haben, die man laut Raji nicht zwingend bei jeder Safari zu Gesicht bekommt. Die Tiere kann man eben nicht steuern und das ist gut so. Wir waren beeindruckt von der Herzlichkeit der Menschen in Tansania, vor allem am Festland ist wirklich jeder sehr, sehr lieb und herzlich, aber auch auf Sansibar konnten wir auf viele nette Menschen treffen.

Unser Urlaub war unsere Rettung raus aus dem negativen Sog zu kommen und neue Energie zu tanken.

Es ist uns auch gelungen kaum Nachrichten zu lesen und so konnten wir all die Sorgen und die negative Stimmung in unserem Heimatland zurück lassen.

Um es auf den Punkt zu bringen: Es war ein sensationeller Urlaub, an den wir immer wieder gerne zurück denken werden und wärmstens weiterempfehlen können. Tansania zu bereisen, bedeutet ein Stück Normalität zu erleben, die wir bis Anfang 2020 in Europa auch noch hatten. Da wurde uns noch viel mehr bewusst, was uns zu Hause inzwischen so sehr fehlt und was für die mentale Gesundheit aber so wichtig ist.

Ja, auch wir haben uns infiziert, allerdings mit dem Afrika Bazillus :). Wir haben Tansania als Freunde und nicht als Touristen verlassen.

Landing completed!

Wir landen um kurz nach 6 Uhr in Wien und werden von einem lieben Freund abgeholt. Nach dem Frühstück starten wir auch schon unseren ersten Arbeitstag.

Aber wie wir zu sagen pflegen: Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub, die nächste Reise kommt bestimmt.

Wir bedanken uns bei all jenen, die uns durchs Mitlesen auf unserer Reise begleitet haben und freuen uns auf ein Wiedersehen mit unseren Lieben.

Alles Liebe, Manuela & Stefan

Boot im Meer

Anderer Strand

Nach dem ausgedehnten Frühstück gehen wir noch kurz auf unseren Strand. Es ist wieder richtig warm, herrlich. Es fängt allerdings bald schon zu regnen an, wobei das nicht stört, weil der Regen warm ist. So liegen wir unter den Sonnenschirmen aus Palmenblättern und genießen die besondere Regenstimmung.

Zu Mittag packen wir unsere Sachen und gehen in den Ort um mit dem Taxi zu dem Strand Nungwi im Norden der Insel zu fahren. Diesen Strand haben uns die beiden Künstler empfohlen. Es soll dort die schönsten Sonnenuntergänge geben. Wir sind verwundert, dass auch hier auf den Straßen immer wieder mal Plastikflaschen und Müll herumliegen. Das Festland kam uns da wesentlich sauberer vor.

Es kommt uns ein Auto entgegen und hält bei uns an. Am Steuer sitzt ein Einheimischer, der uns am Vortag, als wir nach dem richtigen Daladala gesucht haben, geholfen hat. Er möchte uns zum Strand führen und macht einen fairen Preis. Mit ihm fährt seine Schwester und ihr 2 Monate alter Sohn, die wir vorher noch nach Hause führen. Das Baby ist entzückend und Mohameds Schwester sehr freundlich.

Wir kommen am Strand an und naja, was soll ich sagen. Der Strand ist sehr schön, aber es sind so viele Menschen hier. Das ist definitiv ein Touristen-Hotspot. Ich mag ja Menschen, aber ein Liegestuhl neben dem anderen, das ist definitiv nichts für mich. Der Vorteil dieses Strandes ist, dass tagsüber keine Ebbe ist und man somit schwimmen kann. Wir sind sehr froh, dass wir hier kein Hotel gebucht haben, mich erinnert das ein bisschen an Cluburlaub.

Wir schwimmen erst mal und gehen dann den langen Strand entlang bis ans andere Ende. Dort gibt es vereinzelt kleine Lokale, und auch keine großen Hotels mehr. Auf diesem Abschnitt sind zum Glück auch weniger Touristen und mehr Einheimische, dafür gibt es aber keine Schirme.

Die Sonne knallt heute so richtig runter und wir flüchten immer wieder ins Wasser oder in die diversen kleinen Lokale. Unter den Palmen lässt es sich gut aushalten.

Der Nachmittag vergeht dann recht schnell und wir wollen noch den traumhaften Sonnenuntergang abwarten. Am Weg zurück sehen wir, wie zwei Fischer mit einem fetten Fang zurück kommen und die Fische im Boot ausnehmen. Da müssen wir uns natürlich aus der Nähe anschauen und wechseln ein paar Worte mit dem Fischer.

Wieder am anderen Ende des Strandes angelangt, kaufen wir uns einen Sundowner und begeben uns in Position. Doch aus dem Sonnenuntergang wird nichts. Nicht einmal ein rosa Fleck ist am Himmel zu sehen.

Wir fahren zurück ins Hotel, um uns ausgehtauglich zu machen. Mohamed erzählt uns, dass es in unserem Ort den ganzen Nachmittag über geregnet hat. Insofern hatte es einen Sinn, dass wir die letzten Stunden im Norden verbracht haben.

Unser letztes Abendessen wollen wir in einem kleinen urigen Lokal am Strand genießen. Wir sind hier kürzlich vorbei spaziert und haben Tische am Strand gesehen.

Heute stehen allerdings keine Tische am Strand, aber wir sehen einen freien Tisch drinnen. Wir mögen diese kleinen Lokale hier. Sie bestehen aus einem Holzgerüst, die Wände bestehen aus Matten, die aus Palmenblättern gefädelt werden. Nach oben hin sind sie offen und nur im Giebel durch ein Dach aus Palmenblättern bedeckt. So sitzt man trotzdem im Freien, ist aber von Regen und Sonne geschützt. Einen richtigen Eingang gibt es nicht, man muss über mit Sand gefüllte Säcke und dann über eine kleine Mauer steigen. Aber das kennen wir schon von dem Lokal nebenan.

Es ist sehr angenehm hier zu sitzen und wir genießen die Meeresbrise. Bei mir besteht allerdings Absturzgefahr, weil der Sessel durch den schiefen Sandboden umkippt, sobald man sich anlehnt. Ich habe es bei einem Versuch gelassen, zumal sich die Seitenlehne auch aufgelöst hat.

Der Kellner ignoriert uns erstmal, erst als ich nach geraumer Zeit um die Speisekarte bitte, bekommen wir auch eine. Der gesamte Bestellvorgang war sehr amüsant. „No salati, no rice, no wine“. Reis dauert zu lange, wir sollen Pommes essen, Salat ist aus und Wein kann er nur von einem anderen Lokal holen. Aber wie süß er „Salati“ ausspricht, da kann man ihm einfach nicht böse sein. Wir bitten ihn den Wein zu holen. Es dauert auch nicht lange und er kommt zurück mit der Info, dass es keinen Weißwein gibt. Gut, dann nehmen wir eben den Rotwein, passt zwar nicht so gut zum Essen, aber besser als Wasser. Wenige Minuten später bringt er die Weinflasche, aber ohne diese zu entkorken. Wir rufen ihn zurück und bitten ihn, die Flasche zu öffnen. Sein Blick sollte wohl sagen, ob wir das denn nicht selbst können und er entfernt die Metallfolie und stellt uns die Flasche wieder hin. Stefan erklärt ihm, dass er doch bitte auch den Korken ziehen soll. Die Gäste am Tisch daneben waren schon sehr amüsiert über sein Verhalten. Aus der Küche kann man hören, wie er sich mit dem Koch beratschlägt und wie sie in den Laden herumscheppern. Er hat es geschafft und bringt die Flasche vollständig geöffnet. Inzwischen war der kalte Rotwein auch halbwegs gut temperiert.

Das Essen war köstlich, butterweiche Calamari und exzellente Scampi und obwohl wir sonst nie Pommes essen, finden wir die selbstgemachten hier sehr gut.

Es war ein sehr schöner letzter Abend. Wir spazieren am Strand entlang nach Hause.

Lala salama Matemwe!