Heute ist Tag 2 unserer Tempeltour. Nachdem wir gestern Abend nach der Tempelbesichtigung von der Hitze und dem wenigen Schlaf in den letzten Tagen total erledigt waren, haben wir unseren Plan geändert und die Sonnenaufgangstour für heute gestrichen. Ly hätte uns sonst schon um 5 Uhr Früh abgeholt. Wir wollten gestern Abend aber noch in Siem Reap weggehen, da ist der Sonnenaufgang zweitrangig, romantisch sind wir auch so :).

Wir frühstücken heute mal im Hotel, nachdem es hier so schön ist. Nach dem Frühstück checken wir gleich aus und um 10 Uhr steht auch schon Ly bereit. Es geht los. An einer Tankstelle hält er kurz, um einen Eisblock für seine Kühltasche zu kaufen und darin unser Wasser zu kühlen.

Das erste Ziel ist der „East Mebon“. Früher war hier mal rund um die Anlage ein Wassergraben, der inzwischen ausgetrocknet ist.

 

Wunderschöne Lichtspiele zeigen sich hier durch diverse Lucken in den Dachräumen.

Es geht weiter zum „Ta Som“, auch „little Lara Croft“ Tempel genannt.

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Dort lernen wir eine sehr nette Verkäuferin mit ihrem zweijährigen Sohn kennen.

Anschließend zum „Neak Pean“. Dort ist die Landschaft einem Sumpf. Baumstummel ragen aus den Tümpeln.

Es sind ein paar Männer im schlammigen Wasser und fangen mit den Händen Fische und schmeißen sie ans Ufer.

Freiwillig würden wir hier nicht ins Wasser gehen. Ein Stück weiter vorne sehen wir dann Rinder, die Gras fressen und in den Tümpeln entlang marschieren.

In der Luft sind Unmengen an „Dragons“. Es handelt sich hierbei um schmetterlingsartige Flugtiere.

Fliegen sie tief, kommt Regen, fliegne sie hoch, so wie hier, bleibt das Wetter schön. Wenn sie mittelhoch fliegen, sagen die Einheimischen, dass viele Touristen kommen, weil es da nicht gar so heiß ist.

Als wir am Ende des langen Stegs ankommen, sehen wir auch schon den Tempel, der in einem Teich steht.

Auch botanisch gibt es wieder einiges zu sehen – lange Äste verwickeln sich mit anderen Ästen und verwandeln sich so zu Schaukeln.

Als wir beim „Preah Khan“ Tempel ankommen, stürmen drei Mädchen auf uns zu und wollen uns Karten, Armreifen und Fächer verkaufen. Als sie sich nicht abwimmeln lassen, biete ich ihnen meinen Hut um 5 Dollar an. Sie schauen mich sehr verwundert an, beenden ihre Verkaufsgespräche und wir konnten uns über allgemeine Themen mit ihnen unterhalten. Der 10-jährigen schenke ich meinen Hut und sie ziehen wieder ab. Es sieht hier fast ein bisschen wie bei Jurassic Park aus. Manche Bäume wirken wie Dinosaurier.

 

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Jedesmal, wenn wir zu unserem Tuktuk zurück kommen, bemerken wir, dass unser Fahrer geschlafen hat. Diesmal schläft er so tief und merkt nicht, dass wir schon da sind. Diese Gelegenheit nützen wir für ein Foto. Ein lustiges Motiv, wie wir meinen.

Nach rund dreieinhalb Stunden sind wir mit der Tour fertig und lassen uns von Ly in ein Massagestudio bringen. Eine Stunde lang setzen zwei zart wirkende Damen ihre Hände, Füße, Knie und Ellbögen ein. Das ist genau richtig nach den Fußmärschen der letzten zwei Tage. Wie neu geboren fahren wir ins Hotel zurück, entspannen am Pool und essen unsere Mango, die wir am Markt gekauft haben.

Inzwischen ist es schon nach 17 Uhr. Wir essen noch einen frischen Mangosalat mit Garnelen und Curry im Hotelrestaurant. Um 18 Uhr treten wir unsere Heimreise an. Ly bringt uns mit dem Tuktuk zum Flughafen.

 

Noch ein letztes Mal versuchen wir so viele Bilder wie nur möglich von dieser Stadt aufzunehmen.

Bye bye Siem Reap, bye bye Cambodia.

Unsere Maschine geht planmäßig und wir landen eine Stunde später in Bangkok. Hier sind wir wieder mal im Laufschritt unterwegs, um unseren Anschlussflug nach Wien zu erwischen. Wir haben Glück und kommen überall gut voran.

Der Flug nach Wien ist komplett ausgebucht. Die Sitze erscheinen noch enger als sonst und diesmal ist der Platz neben uns leider besetzt. Das war beim Hinflug viel bequemer.

Um 5:40 Uhr landen wir nach 11 Stunden und 40 Minuten Flugzeit in Wien. Im Supermarkt am Flughafen kaufen wir schnell fürs Frühstück ein und fahren mit dem DriveNow nach Hause.

Dann beginnt auch schon unser erster Arbeitstag. Welcome back in the real life.

Aber der nächste Urlaub kommt bestimmt.

Fazit unseres Urlaubes:

Wir hatten eine wunderbare Zeit in Vietnam und Kambodscha. Mit kaum einer Vorstellung von diesen Ländern sind wir hierher gekommen und um sehr viele Eindrücke reicher wieder zurück gekommen. Wie immer haben wir uns auf sehr vieles eingelassen und wurden mit kulinarischen Genüssen, großartigen Sehenswürdigkeiten, einem tollen Nachtleben, sensationellen Straßenverkehr und so vielem mehr belohnt.

Schade ist, dass große Teile Vietnams schon sehr erschlossen sind bzw. in Rekordzeit Unmengen an riesigen Hotelkomplexen aus dem Boden gestampft werden. Das sind die Schattenseiten des Tourismus.

Im Nachhinein betrachtet, würden wir den Aufenthalt in Kambodscha etwas länger halten, weil es konträr zu Vietnam ist und wir gerne noch sehr viel mehr davon gesehen hätten.

Alles in allem war es für uns ein wunderbarer Urlaub und wir hatten viel Spaß.

Wir bedanken uns fürs Mitlesen und die Reisebegleitung aus der Ferne.

Manuela und Stefan

Um 5 Uhr werden wir geweckt. Zum Glück haben wir am Abend noch alles fertig gepackt und sind recht rasch fertig. Pünktlich um 6 Uhr steht das Taxi vor der Türe und führt uns zum Flughafen. Es dämmert bereits. In Vietnam wird es das gesamte Jahr aufgrund der Nähe zum Äquator um 6 Uhr Früh hell und um 18 Uhr dunkel.

Diese Stadt schläft scheinbar nie. Viele Einheimische sind schon mit ihren Mopeds unterwegs. Voll bepackt mit Waren, die sie den ganzen Tag über zum Verkauf anbieten werden. Es ist fast wie in einem Bienenstock, die Motoren surren und die Menschen bewegen sich kreuz und quer fort.

Es geht gut voran und wir sind 30 Minuten später am Flughafen. Wir haben mehrfach den Tipp bekommen, unbedingt zwei Stunden vor Abflug hier zu sein und das ist gut so. Die zwei Stunden brauchen wir tatsächlich und schon geht es hinein in die Maschine. Ein unspektakulärer, einstündiger Flug und wir landen in Siem Reap in Kambodscha.

Der Flughafen ist klein und wir gehen zu Fuß von der Maschine ins Flughafengebäude. Kaum betreten wir das Gebäude, werden wir derartig herzlich Willkommen geheißen, dass uns warm ums Herz wird. Der Flughafen ist äußerst schön, gepflegt und stylish. Wir beantragen unser Visa. Hierfür gibt es zwei Schalter, die den Antrag entgegennehmen. Wir bezahlen pro Person 35€ (= 30 USD) in bar haben. Ein interessanter Umrechnungskurs von Euro auf Dollar, aber nachdem man das Visum nur bar bezahlen kann, verwenden wir unsere Euros. Gleich ums Eck sitzen weitere 6 Beamte, die der Reihe nach unsere Anträge anschauen, stempeln und an den nächsten weitergeben. Vom sechsten Angestellten, wird das Visum dann an uns überreicht.

Draussen wartet schon der Tuktuk Fahrer vom Hotel auf uns.

Sein Name ist Ly, auch er begrüßt uns aufs Herzlichste und bietet uns an, mit uns die Angkor Wat Tour zu machen. Nachdem wir uns ohnehin einen Fahrer suchen wollten, werden wir uns schnell einig und er führt uns zum Hotel. Das Hotel ist wunderschön und das Personal sehr freundlich.

Während des Checkins bekommen wir ein wunderbares Lemongrass-Begrüßungsgetränk.

Jetzt noch schnell das Gepäck aufs Zimmer bringen.

10 Minuten später sitzen wir schon bei Ly im Tuktuk. Als erstes kaufen wir die Tickets für Angkor Wat. Nachdem es schon fast Mittag ist, haben wir entschieden, an beiden Tagen die Tempelanlagen zu besichtigen. Ly bringt uns noch schnell in ein Lokal am Angkor Wat Gelände.

Wir essen ein traditionelles kambodschanisches Amok Curry.

Gestärkt gehen wir zum ersten Tempel ‚Angkor Wat‘. Ein Besichtigung der Tempelanlage wird von vielen Reisenden als „once in a lifetime“-Erfahrung beschrieben.

Das monumentale Bauwerk ist schlichtweg beeindruckend. Besucher aus aller Welt und aus allen Altersgruppen sind hier vorzufinden.

Wir bewegen uns immer weiter ins Innere des Tempels vor, aber es scheint so, als würden wir nie ans Ende kommen. Es gibt so viele Verzweigungen und jedesmal, wenn man in den nächsten Bereich eintritt, bieten sich neue Verzweigungen an.

Die Tempelanlage ist riesig. Bei 38 Grad marschieren wir gute eineinhalb Stunden und trinken literweise Wasser.

Am Ende der Besichtigung erfrischen wir uns mit einer Kokosnuss.

Wir treffen Ly am Eingang und fahren weiter zum nächsten Tempel. „Bayon“ oder auch „Angkor Thom“ genannt, ist ebenfalls unglaublich groß.

Mit Wasserflaschen ausgerüstet bestaunen wir weitere eineinhalb Stunden die lächelnden Gesichter aus Stein.

Unfassbar, welch sagenhafte Werke damals errichtet wurden. Man kann sich heutzutage gar nicht vorstellen, unter welchen Bedingungen diese Bauwerke entstanden sind.

Als nächstes bringt uns Ly zum „Ta Keo“, der zum Glück etwas kleiner ist, als die beiden davor. Nach einer halben Stunde haben wir uns einen guten Überblicke verschafft.

Jetzt geht es weiter zum „Ta Prohm“ Tempel. Dieser wird oft auch als „Lara Croft“ Tempel bezeichnet, spielte er doch im gleichnamigen Film eine wesentlichen Rolle.

Hier bietet die Natur ein ganz besonderes Spektakel. Bäume in einer unvorstellbaren Größe, nehmen die Steinblöcke des Tempels in Beschlag.

Teilweise wachsen die Bäume in enormer Größe oben auf den Steinen. Die Wurzeln wirken wie riesige Anakondas, die ihre Beute festhalten.

Immer noch fasziniert, fahren wir weiter zum „Banteay Kdei“ Tempel. Er wirkt wie die kleinere Ausführung des Lara Croft Tempels.

Kurzfristig ändern wir unseren Plan und möchten heute noch den Sonnenuntergang in der Tempelanlage abwarten und bitten Ly uns noch zum nächsten zu führen. Völlig geschwächt von der Hitze und den stundenlangen Fußmärschen, klettern wir die steilen, unebenen Steinstufen des „Pre Roup Tempel“ empor und suchen uns oben ein Plätzchen.

Wir sind natürlich nicht die einzigen Touristen. Zu unserer Enttäuschung war der Sonnenuntergang nichts besonderes.

Wir klettern wieder hinunter und genießen den wohltuenden Fahrtwind beim Tuktuk fahren.

Dimension und Größe der Tempelanlage auf dem mehr als 200 km² großen Gebiet mit seinen über 1000 Gebäuden werden einem erst bewusst, wenn man vor Ort ist.

Es ist inzwischen 19 Uhr als wir im Hotel ankommen und freuen uns schon auf eine Dusche.

Endlich vom Sand aus der Tempelanlage befreit fahren wir mit einem Tuktuk in den Ort und genießen die Speisen aus der Khmer Küche.

Zuletzt machen wir noch einen Spaziergang durch das Ortszentrum und entdecken eine Bar, in der zwei Sängerinnen für Unterhaltung sorgen.

Wir nehmen noch ein Getränk und fahren dann wieder zurück ins Hotel.

Gute Nacht Siem Reap!

Um 7 Uhr ist heute Tagwache für uns. Eine Tour zum Mekong wird heute unseren Tag füllen. Per Minibus fahren wir zirka eineinhalb Stunden zum Mekong Delta. Die Plätze im Minibus sind so eng, dass wir wieder schräg sitzen müssen, um unsere Beine halbwegs unterzubringen. Inzwischen haben wir den den Komfort eines Liegebusses zu schätzen gelernt und hätten diesen für die heutige Fahrt vorgezogen.

Unser Guide heißt Fauzi. Er stellt unmittelbar nach der Abfahrt das Tagesprogramm vor, reißt ein paar Witze und gibt seine Gesangskünste zum Besten, ehe er uns für ein Nickerchen in Ruhe lässt.

Der Fahrer rast mit uns über die teilweise holprigen Straßen.

Nach der Ankunft am Mekong Delta geht es gleich weiter in einem Motorboot zu einer Verkostungsstelle für Honigprodukte. Anschließend geht es zu Fuß an einer Reihe von Verkaufsständen vorbei zur einer weiteren Verkostung.

Diesmal gibt es gibt es verschiedene exotische Früchte, begleitet von vietnamesischem Gesang. Viel Zeit bleibt hier nicht, warten schon die Kanus auf uns und wir werden den Fluss entlang gerudert.

Anschließend steigen wir in ein weiteres Motorboot um und landen bei einer Hütte in der Karamell aus Kokosmilch hergestellt wird. Dort wird Kokoswein und Bananenschnaps und für die Mutigen auch noch Pythonschnaps ausgeschenkt. Pythonschnaps soll vorallem für „Männer“ ein wahres Wundermittel sein ;). Wir werden auch schon wieder gebeten, weiter zum Restaurant zu gehen. Am Weg dorthin haben wir die Möglichkeit Bekanntschaft mit einer Python zu machen.

Das Essen schmeckt sehr gut. Es gibt verschiedene vietnamesische Speisen. Ein Fisch im Ganzen stehend serviert, wird vom Guide Elephantfish genannt. Wir schauen dann später nach und merken, dass dieser ganz anders aussieht und ausserdem nur in Afrika gefangen wird. Naja, irgendein ein Fisch aus Vietnam ist es halt. Schmeckt gut und macht satt.

Nach dem Essen fahren wir mit der Pferdekutsche zurück zum Motorboot. Dort gibt es noch ein paar Witze von Fauzi, unserem Guide und ein weiteres Lied. „I don‘t want to say goodbye“, trällert er ins Mikrophon.

In Summe war es eine extrem touristische Tour. Durch den lustigen Guide, war es aber durchaus ok. Man wird auch nicht ununterbrochen gefragt, ob man die zur Verkostung angebotenen Produkte kaufen möchte. Die Verkäufer sind nicht unangenehm aufdringlich.

Am Abend kommen wir wieder in Saigon an und trinken am Weg ins Hotel noch Espresso und machen wieder People watching :).

Am Abend gehen wir in eine Gasse, in der ausschließlich nette, kleine Lokale aneinander gereiht sind. Leider haben wir diese Gasse die letzten Tage nicht wahrgenommen. Wir genießen sehr gutes Essen.

Mit einem Spaziergang zum Nightmarket und einem Absacker in einer Bar lassen wir unseren letzten Abend in Saigon zu Ende gehen.

Knapp vor Mitternacht gehen wir ins Hotel und packen die Koffer.

Goodbye Saigon

Heute Früh machen wir uns gleich auf den Weg, um unsere Megkong Tour für den nächsten Tag zu buchen und frühstücken anschließend in einem Café.

Wir mögen das Sitzen im Freien und das Beobachten der Menschen. Wie geschickt sie durch den Verkehr kommen und wie einfallsreich sie beim Beladen ihrer Mopeds sind. Selbst der Transport eines großen Teppichs stellt kein Problem dar. Dieser wird einfach auf die Sitzfläche gelegt und der Fahrer setzt sich auf den Teppich und es geht auch schon los.

Zu Fuß gehen wir durch die Stadt bis zum Mariamman Tempel.

Es handelt sich dabei um einen Hindu-Tempel der der Göttin des Regen ‚Mariamman‘, gewidmet ist. Er wurde im späten 19. Jahrhundert von Händlern aus Indien gebaut. Der Mariamman Tempel ist der einzige Hindu-Tempel in Saigon.

Ein Besuch dort verspricht Wunderkräfte, Glück und Reichtum. Wir sind schon gespannt, ob sich nach unserem Besuch unser Leben verändern wird :).

Es hat heute 38 Grad und nachdem wir mit Sightseeing soweit fertig sind, nehmen wir Hongy‘s Rat an und gehen zu Mittag ins Rex Hotel schwimmen. In Saigon kann man in den Hotels ein Tagesticket kaufen und hat damit Zugang zum Hotelpool.

Die Abkühlung im Pool ist herrlich, und darauf folgt Relaxen im Schatten unterm Sonnenschirm. Angenehm ruhig ist es hier und am Pool auf der oberen Terrasse sind ausser uns nur wenige Leute hier. Wir liegen da eine Weile, als plötzlich eine Gruppe von Mitarbeitern mit Feuerlöschern anrückt, die Liegen im hinteren Bereich zu uns vor schiebt und dort mit den Brandübungen beginnt. Es beginnt mit dem theoretischen Teil. Die armen Mitarbeiter stehen da im Dienstgewand bei 38 Grad und hören brav zu. Dann kommt der Benzinkanister zum Einsatz. Es steht ein Trog bereit, in den Benzin gegossen und entzündet wird.

Schwarzer Rauch bildet sich und es stinkt ziemlich übel. Der Vorgang wiederholt sich zirka acht Mal und so bekommt jeder von ihnen die Möglichkeit, die Flammen zu löschen. Wir finden das einerseits unerhört, schließlich zahlt man hier für vietnamesische Verhältnisse ein Vermögen für eine Tageskarte, andererseits ist es aber lustig und die paar wenigen Gäste am Pool flüchten und wir dürfen den Pool jetzt unser Eigen nennen. Wir liegen noch ein bisschen und nützen die Zeit, um unser Hotel für Kambodscha zu suchen.

Am Nachmittag gehen wir wieder zu Fuß Richtung Quartier. Wir haben beim Herfahren ein stylisches Interieursgeschäft gefunden und möchten einen Blick rein machen. Sehr schöne Einrichtunggsgegenstände werden hier geboten. Aber es ist alles zu sperrig zum Mitnehmen und nach Österreich versenden sie nicht.

Als wir im Park ankommen treffen wir auf jede Menge Einheimischen. Sie machen nicht nur Morgensport, sondern kommen auch am frühen Abend hierher um Qi Gong zu machen oder auf den Fitnessgeräten zu turnen.

Eine Gruppe spielt das hier sehr beliebte Fußfederball. Geschickt kicken sie sich die Federbälle zu. Das war lustig zu beobachten.

Wir gehen jetzt zielstrebig ins Zimmer und machen uns frisch für das Abendessen. Dieses nehmen wir heute in einem der Seafood Restaurants am Night Market ein. Davor stehen wieder die Wannen mit dem frischen Seafood und man kann sich etwas aussuchen. Unsere Wahl fällt heute auf Red Snapper und einen Hot Pot mit einer Unmenge an frischen Scampi.

Zu unserem Entsetzen wurden die Scampi noch lebend serviert und mussten leiden, als sich der Teller durch sie kochende Flüssigkeit im Topf angebrutzelt wurden.

Zum Glück kommt die Kellnerin und schmeißt sie in den Topf mit der Suppe. Das Essen schmeckt ausgezeichnet. Anschließend suchen wir uns noch eine halbwegs ruhige Bar, was hier gar nicht so einfach ist, und trinken noch einen Absacker.

Gute Nacht Saigon

Good morning Saigon!

Es hat heute 36 Grad und Sightseeing steht am Programm.

Vom Hotel weg führt eine schmale Gasse direkt zu einem Markt. Im Inneren gibt es neben jede Menge Krimskrams auch Fleisch und Fisch.

Letzteres wirkt jedoch nicht vertrauenserweckend, krabbeln darauf schon jede Menge dicke Fliegen herum.

Im Aussenbereich werden Lebensmittel verschiedenster Art feilgeboten. Unterschiedlichste Essensgerüche vermischen sich mit Auspuffgasen. Wir stellen unsere nüchternen Mägen auf die Probe. Ein turbulentes Treiben herrscht hier überall auf den Straßen. Wir suchen jetzt mal Kaffee. Den gibt es eigentlich auf jeder Ecke, nur Espresso zu finden ist etwas langwieriger.

Der Vietnamesische Kaffee schmeckt meist recht gut, nur verwenden sie für die Zubereitung eigene Filter aus Aluminium. Er schmeckt dadurch zwar etwas besser als Filterkaffee, ist extrem stark, trifft aber dennoch nicht ganz unseren Geschmack.

Mit Espresso gestärkt starten wir unsere Sightseeingtour. Unser erstes Ziel ist der Bitexco Financial Tower.

Im 49. Stock gibt es ein Sky Deck von dem aus man einen Superblick über die Stadt hat. Gegen Eintritt kann man hier hochfahren. Nachdem sich dieses Deck aber nicht im Freien befindet, beschließen wir stattdessen lieber das Cafe im 52. Stock zu besuchen. Schon bei der Aufzugfahrt wird man hier wie ein Star hofiert. Man wird hinein begleitet, der Knopf wird gedrückt und sobald man abfährt, wird man per Walkietalkie oben angekündigt. Oben geht die Aufzugtüre auf und es steht schon Personal bereit und begrüßt uns sehr freundlich und geleitet uns zum Tisch.

Wir gönnen uns jetzt mal eine köstliche Mehlspeise mit frischer Kokosnuss und Fruchtsaft.

Die vietnamesischen Süßspeisen entsprechen nicht ganz unserem Geschmack und dementsprechend groß ist der Gusto auf etwas Gutes. Ein wunderbarer Blick wird uns hier geboten.

Gestärkt und von der Klimaanlage gut gekühlt, setzen wir uns Programm weiter fort. Kurz vorm Ausgang aus dem Tower entdecken wir einen sehr interessanten Samsung Flagship Store.

Er wirkt so stylish und innovativ wie die Apple Stores, an denen wir auch nie vorbei gehen können ohne hineinzugehen. Im Inneren zeigt sich modernste Technologie.

Es gibt auch ein paar Rides mit Virtuell Reality Brille auszuprobieren. Snowboardfahren oder Rollercoaster zum Beispiel. Man steht auf einem Board und sieht über die VR Brille ein spektakuläres Video ablaufen und man befindet sich mitten drinnen.

So probieren wir alles aus und marschieren mit flauem Magen weiter.

Es geht weiter zur Notre-Dame-Basilika, die ausschließlich aus von Frankreich importierten Materialien besteht. Im Moment wird sie restauriert.

Das nebenanliegende Hauptpostamt von Saigon ist wie viele andere Gebäude in der Stadt im französischen Kolonialstil gehalten.

Das Design stammt übrigens von Gustave Eiffel, der auch den Eiffelturm in Paris entworfen hat.

Das Rathaus von Saigon, oder Ho Chi Minh City, wie die Stadt seit 1976 eigentlich heißt, wurde 1902-1908 im französischen Kolonialstil für die damalige Stadt Saigon erbaut.

Als nächstes kommen wir bei der Oper in der berühmten Dong Khoi Straße vorbei. Ein wunderschönes, klein gehaltenes Gebäude.

Spontan kaufen wir zwei Karten für die Vorstellung heute Abend. Die Vorstellung nennt sich „The Dar“, es handelt sich hierbei um großartige Artisten aus einem Bergdorf. Nachdem eine kurze Führung durch die Oper vor der Vorstellung inkludiert ist, müssen wir schon bald den Heimweg antreten.

Noch eine kurze Erfrischung und einen Abstecher vorbei am Wiedervereinigungspalast, dann marschieren wir ins Quartier.

Eigentlich würden wir jetzt gerne die Beine hochlegen und verschnaufen, aber das geht sich vor der Oper nicht mehr aus.

In Schale geworfen versuchen wir ein Taxi zu bekommen und sind trotz dem Verkehr pünktlich bei der Oper. Hier werden wir sehr freundlich begrüßt und zu einem Erfrischungsgetränk eingeladen. Auch die Führung startet gleich. Ein kurzer Rundgang mit einer jungen Frau, die ihren Text in einer unglaublichen Lautstärke runterbrüllt und nach ca. 15 Minuten ist die Führung auch schon wieder zu Ende.

Schnell noch das Erfrischungsgetränk auf der Terrasse, dann sehen wir uns die ausgestellten Bilder vorm Bühnensaal noch an. Sehr ausdrucksvolle Gesichter sind hier zu sehen.

Jetzt können wir schon unsere Plätze einnehmen. Wir sitzen in der zweiten Reihe, da nahezu keine Karten mehr verfügbar waren, haben aber eine Supersicht auf die Bühne, die noch dazu nicht sonderbar hoch ist. Die Sitze sind lustig, weil man als große Person mit der Sitzflache nach hinten klappt und ein bisschen wie eingezwickt sitzt. Die Einheimischen sind kleiner, baumeln mit den Beinen und haben somit das gesamte Gewicht auf der Sitzfläche und können gut sitzen. Aber dafür hat man in den sonst gemütlichen, großen Sitzen sehr viel Platz. Die Musik geht an und die Akteure ziehen von draussen, am Publikum vorbei, ein. Sie tanzen und singen und fesseln von Beginn an unsere Aufmerksamkeit. Es ist unfassbar, was diese Gruppe von ca. 20 Personen auf der kleinen Bühne veranstaltet. Es ist Bewegungsakrobatik vom Feinsten. Mit riesigen Bambusrohren jonglieren sie, singen, tanzen und turnen dabei und begeistern das Publik. Ein Artist springt aus 6 Meter Höhe von der Logge auf die Bühne und sorgt dabei für ein raunen im Publikum.

Eigentlich kann man es kaum in Worte fassen, wir stellen daher den Link zum offiziellen Trailer zur Verfügung, damit ihr euch selbst einen Eindruck verschaffen könnt.

Em Ende der Show ziehen die Darsteller singend wieder an den Gästen vorbei, hinaus in den Eingangsbereich und dort nehmen sie Platz auf der Treppe und singen weiter, bis alle Gäste die Oper verlassen haben.

Wir sind jetzt schon hungrig und fahren gleich weiter in das Chill Sky Restaurant. Dort haben wir einen Tisch reserviert. Wir wollen heute wieder mal so richtig schön essen gehen und feiern, dass Stefan alles gut überstanden hat. Im Eingangsbereich des Towers werden wir schon freundlich empfangen und in den 27. Stock raufgeschickt. Beim Aussteigen sind wir sofort begeistert. Ein unglaublich cooles, stylisches Restaurant.

Wir freuen uns auf einen wunderbaren, romantischen Abend. Wir haben einen Tisch am Fenster mit perfekter Aussicht, genießen ein Glas Prosecco bevor wir die Seafood Variation als Vorspeise wählen. Muscheln, Lobster, Scampi und Austern, alles was unser Feinschmeckerherz begehrt.

Es schmeckt unglaublich gut. Als nächstes fällt unsere Wahl auf Lammkronen und ein Ribeye Steak, dazu ein sehr guter Penfolds Shiraz.

Nach einem ausgedehnten Abendessen gehen wir eine Etage tiefer zur Bar auf der Terrasse.

Unglaublich, was Saigon auch in Sachen Nachtleben zu bieten hat. Die Terrasse ist voll mit gut gelaunten, tanzenden Menschen. Partystimmung pur, genau nach so etwas ist uns heute.

Wir mischen uns unter die Leute, trinken einen Cocktail plaudern mit einem anderen Besucher. Sensationelle Aussicht und perfekte Stimmung, wir sind immer noch schwer beeindruckt und genießen den Abend in vollen Zügen.

Nächtens marschieren wir dann zu Fuß nach Hause.

Gute Nacht Saigon!