Umbrellaakazie bei Sonnenaufgang

Early morning Safari

Unsere erste Nacht im neuen Camp war herrlich. Wir konnten immer wieder Löwen, Hippos und Hyänen hören.

Heute starten wir schon um 6 Uhr los zur „early morning safari“. Es ist noch stockdunkel draussen und mit der Taschenlampe versuchen wir den Weg durch das hohe Gras zum Auto zu finden. Es ist sonst niemand unterwegs und langsam fahren wir in einen neuen Tag. Schon bald wird das frühe Aufstehen mit einem tollen Sonnenaufgang belohnt.

Die tollen Bäume Ostafrikas bilden ein sehr schönes Bild in der Morgensonne und haben es uns besonders angetan. Es gibt in Tansania verschiedene Akazienarten, sie wachsen als Bäume oder auch als Büsche, aber allesamt haben sie Dornen. Dennoch klettern die Affen vergnügt darauf herum und auch die Giraffen fressen mit viel Geschick die Blätter zwischen den Dornen ab. Am besten gefallen uns die Umbrella-Akazien, die fast schon Symbolcharakter für Ostafrika haben und aus keinem Reisemagazin wegzudenken sind.

Es wird schon hell und auch die Tierwelt erwacht zum Leben.

Wir halten bei einer großen Ameisenstraße, die sich über den gesamten Weg ausbreitet und an die 10 cm breit ist. Diese Art von Ameisen sind sehr angriffslustig und zwicken, wenn man es wagt sie zu stören. Sie bauen links und rechts entlang der Ameisenstraße einen Schutzwall auf und in der Mitte bildet sich ihr Hauptweg. Erstaunlich, wie eifrig sie daran bauen und wie schnell sie vorankommen.

Wir kommen vorbei an einem Leberwurstbaum, dessen Namen er dem Aussehen seiner Früchte schuldet.

Wir fahren an einem Gewässer vorbei und entdecken Hippos, die ihr Morgenbad nehmen. Toll, wie sich diese riesigen plump wirkenden Tiere im Wasser aalen. Darunter ist auch ein Muttertier und ihr Baby. Wir haben Glück, weil sie beide das Wasser verlassen.

Sie machen ein paar Schritte, entdecken uns dann und beobachten uns eine Weile, ehe die Mutter entscheidet, mit ihrem Kind doch wieder ins Wasser zurück zu gehen. Raji erzählt uns, dass sie an Land erst angreifen, wenn sich die Option Wasser nicht bietet. Im Wasser fühlen sie sich sehr sicher und sind auch angriffslustig. Sie behalten uns immer im Auge, bäumen sich regelrecht auf, pfauchen uns wild an und tauchen dann wieder unter.

Als nächstes treffen wir auf eine Elefantenherde. Wir haben die letzten Tage schon so viele davon gesehen, aber es wir nicht langweilig, sie zu beobachten.

Erstmals sehen wir Miniantilopen. Die sind besonders entzückend und sehen aus, wie Antilopenbabies. Sie leben als Paar zusammen, stirbt einer davon, bleiben sie für den Rest ihres Lebens alleine.

Bei den Affen geht es uns wie bei den Elefanten, wir können uns einfach nicht sattsehen. Wie sie sich gegenseitig nach Läusen absuchen oder miteinander herumtollen.

Wir haben Glück, da wir auf einen Leoparden treffen. Er liegt am Baum und sucht die Umgebung nach einer Beute ab. Ein wunderschönes Tier mit schönen Zeichnungen. Leoparden schlafen im Gegensatz zu den Löwen auch nächtens auf Bäumen.

Kuhantilopen gibt es in der Serengeti auch häufig und sie queren immer wieder unseren Weg.

Bei Giraffen müssen wir auch immer wieder stehenbleiben. Sie haben etwas beruhigendes und man kann ihnen ewig zusehen. Sie sind allerdings verschreckt, sobald man aus dem Auto aussteigt, laufen sie ein Stück weg. In Ostafrika gibt es die Massaigiraffen, die etwas dünkler sind als die gängigen im Zoo. Ihre schwarzen Flecken sehen teilweise aus wie Blätter.

Auch die vielen bunten Vögel zeigen gerne ihr farbenfrohes Federnkleid und zwitschern laut vor sich hin.

Es geht bereits auf 11 Uhr zu, wir sind jetzt schon 5 Stunden unterwegs. Wir fahren zurück und freuen uns auf eine Dusche und ein spätes Frühstück. Raji wird inzwischen das Problem mit dem Allrad beheben lassen. Im Nationalpark gibt es ein paar Ersatzteile und einige Kollegen, die ihm dabei helfen können. Nachdem er weiß, was kaputt ist, hat er bereits nachgefragt, und am Nachmittag können wir wieder die abenteuerlichen Wege befahren.

Die Crew empfängt uns freundlich und verwöhnt uns mit einem wunderbaren Brunch. Es fehlt uns an nichts und jede einzelne Speise schmeckt köstlich. Nach den neun Tagen werden wir wohl ein paar Kilogramm mehr auf unseren Hüften haben.

Wir legen uns Tücher am Gras auf und faulenzen mal ein bisschen. Die Crew wäscht inzwischen ihre Wäsche und legt diese zum Trocknen auf das Zeltdach.

Um 15 Uhr serviert uns Charles Kaffee und frisch gebackenen Schokokuchen. Er war noch lauwarm und eine Sünde wert.

Um 15.30 Uhr brechen wir zur nächsten Pirschfahrt auf.

Wir treffen gleich wieder auf Hippos. Diesmal waren es aber viel mehr. Wir zählen an die 60 Stück und sie waren total irre, als wir vor ihnen stehen. Wie wild brüllen und pfauchen sie, tauchen unter und schwimmen ein Stück näher zu uns ran. Auch untereinander beginnen sie wild zu kämpfen und mit dem Wasser spritzen sie nur so um sich. Ein unfassbares Spektakel wird hier veranstaltet und erlangt eine unglaubliche Lautstärke.

Die Elefantenherde, auf sie wir als nächstes Treffen verhält sich auch anders, als alle die wir bisher gesehen haben. Sie wälzen sich im Schlamm und spritzen sich damit selbst ab. Der Schlamm dient als Sonnenschutz und Abkühlung.

Wir treffen auf unser erstes Krokodil auf unserer Safari. Es liegt am Flussufer und schläft.

Im Fluss sollen noch weitere sein. Unser Weg führt uns durch den Fluss. Raji aktiviert den Allrad und fährt durch den Fluss. Wir hoffen sehr, dass der Allrad wieder funktioniert und wir nicht im Krokodilfluss stecken bleiben. Aber es funktioniert alles wieder einwandfrei und wir düsen durchs Wasser.

Das nächste Tier sorgt bei mir für Gänsehaut. Eine 3 Meter lange Python schlängelt sich aus einem Graben heraus auf die Grünfläche. Ein riesiges Tier, mit einer enormen Kraft, aber Pythons sind nicht giftig. Zum Glück müssen wir im Camp nicht mit Schlangenbesuch rechnen, da diese die Nähe zum Wasser suchen. Da bin ich jetzt mal beruhigt.

Der Tag neigt sich dem Ende zu und wir fahren zurück ins Champ.

Wir verbringen den Abend am Lagerfeuer mit einem Sundowner und lassen den Tag Revue basieren. Nach dem Essen setzt sich Raji zu uns und wir unterhalten uns noch lange mit ihm. Wir zeigen uns gegenseitig Fotos unserer Kinder und reden über alles mögliche. Ein wunderschöner Tag geht zu Ende.

Gute Nacht Serengeti

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