Gepard

Anreise Serengeti

Heute ist um 6 Uhr Tagwache. Es ist noch sehr kühl und beim Duschen noch finster.

Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Ikoyo, dem Massai. Er ist sehr herzlich und drückt freundlich unsere Hände. Wir fahren los Richtung Serengeti. Die Crew baut jetzt das Camp ab, verstaut alles in einem Jeep und baut das Camp dann in der Serengeti wieder für uns auf.

Schon ein paar Minuten später treffen wir auf Unmengen an Gnus und Zebras. Die Great Migration zu erleben ist ein ganz besonderes Erlebnis für uns. Es ist noch viel besser, als wir uns das vorgestellt haben. Die Gnus und Zebras sind während der gesamten Migration zusammen. Immer wieder mal begleiten sie Impalas, die aber nicht die gesamte Reise über bei ihnen bleiben.

Die Zebras haben es uns besonders angetan. Sie stehen meist zu zweit oder in noch größeren Gruppen zusammen und es sieht so aus, als würden sie kuscheln. Die Einheimischen nennen es die Security Position, weil sie nebeneinander stehen, die Köpfe aneinander kuscheln und dabei jedes in eine andere Richtung blickt. So können sie ständig nach Feinden Ausschau halten. Unter der Herde befinden sich zahlreiche Zebra- und Gnubabies. Sie wurden in den letzten 4 Wochen geboren und springen gemeinsam mit ihren Eltern stolz über die Savannen.

Hyänen sind eigentlich Aasfresser, aber in Ermangelung an Aas jagen sie gerne auch Tierbabies. Wir werden Zeuge davon, wie eine Hyäne einem Gnubaby hinterherläuft. Zum Glück bemerkt das Baby den Feind rechtzeitig und hat genug Vorsprung, um flüchten zu können. Wir sind erleichtert.

Den ganzen Weg über begleiten uns Hunderttausende von Gnus und Zebras. Oft sperren sie uns die Straßen, weil eine nicht enden wollende Herde die Straße überquert. Nach mehreren Stunden Fahrt, kommen wir beim Serengeti Nationalpark an.

Allerdings fahren wir noch nicht rein, weil uns Raji vorher noch das Ndudu Gebiet zeigen will.

Am Weg dorthin sind immer wieder Gnus soweit das Auge reicht zu sehen. Die Gnus gehen gemütlich über die Grünflächen, doch wenn sie eine Schotterstrasse sehen, dann beginnen sie zu laufen. Sobald sie die Straße überquert haben, gehen sie wieder im Schritt weiter. Es ist faszinierend, wie intelligent die Tiere sind und ihr Verhalten auf die Gegebenheiten abgestimmt sind.

Wir lieben die Vorschläge von Raji, die fernab vom Mainstream sind. Diese typischen Touristenfahrten sind ohnehin nichts für uns.

Raji rechnet damit, dass wir im Ndudu Gebiet auf Löwen treffen. In der Nähe eines Sees führt ein sehr matschiger Weg auf die andere Seite. Raji steigt aus, um zu überprüfen, ob das Wasser nicht zu tief ist, damit wir durchfahren können. Der Landcruiser soll uns durch die Lacken führen. Raji gibt Gas und plötzlich stecken wir mitten im Matsch fest.

So sehr er es auch versucht, es geht gar nichts mehr. Er hat sofort erkannt, dass der Allrad nicht mehr funktioniert. Aber es gibt kein Problem, das Raji nicht lösen kann. Er steigt nochmals aus, um nach dem Rechten zu sehen und funkt sofort einen anderen Guide und den Ranger in der Nähe an. Es dauert nicht lange und die beiden kommen und ziehen unser Auto aus dem Matsch. Ein Glück, dass der Allrad hier erst versagt hat, da wir die letzten Tage ausser Massais niemanden begegnet sind.

Jetzt geht die Fahrt auch schon weiter und schon bald treffen wir auf den ersten Löwen. Ein atemberaubender Anblick, wie schön diese großen Katzen sind.

Ein atemberaubender Anblick, wie schön diese großen Katzen sind. Und schon stoßen wir auf das nächste Tier. Diesmal ist es ein Gepard. Man bekommt sie nicht so oft zu sehen, wie Löwen und oft auch nur aus der Ferne.

Umso mehr freut es Raji, dass er uns dieses Erlebnis bieten kann. Der Gepard liegt im Gras und erfreut sich seiner Beute. Er hat ein Gazellenjunges erlegt und lässt es sich schmecken. Man kann hören, wie die Knochen der Beute krachen, wenn er reinbeisst.

Immer noch fasziniert von den Erlebnissen, fahren wir ein kleines Stück weiter und machen Halt. Raji stellt einen Klapptisch und Klapphocker für uns auf und deckt den Tisch.

Ein Picknick mitten in der Wildnis. Unser Koch hat köstliche Speisen für uns alle mitgegeben. Wir entdecken eine Schildkröte auf der Wiese. Mitten im Nirgendwo und egal wohin man schaut, es ist alles wunderschön und atemberaubend. Die tägliche Unterhaltung mit Raji genießen wir sehr. Er hat ein unfassbares Wissen über die Fauna und Flora. Wir sprechen auch viel über unsere Familien und vergleichen die Gegebenheiten unserer Länder. Er ist ein besonders lieber Mensch, den wir von Beginn an ins Herz geschlossen haben.

Wir treffen auf weitere Löwen und als wir noch ein Stück weiterfahren, treffen wir auf eine Herde aus 19 Elefanten und am Baum sitzen 5 Löwen. Ein wahrhaftig kitschiger Anblick, es wirkt wir ein Ausschnitt aus dem Dschungelbuch und all das vor unseren Augen.

Es wird Zeit in den Serengeti Nationalpark zu fahren, damit wir vor Einbruch der Dunkelheit im Camp sind. Es liegen noch rund 2 Stunden Fahrtzeit vor uns. Bei der Registration machen wir einen kurzen Halt, da jeder der hier einfährt registriert wird und bezahlen muss. Auf einem Stein finden wir einen wunderschönen bunten Gecko.

In der Serengeti auf einem Schotterweg zwischen riesigen Grasfeldern, treffen wir auf ein Löwenpärchen ca. 7 Meter von uns entfernt. Raji erzählt uns, dass diese beiden auf Honeymoon sind. 7 Tagen lang ist der Löwe mit der Löwin alleine unterwegs und er begattet sie in dieser Zeit mehrmals am Tag.

Er zeigt auch uns was er kann und lässt uns dem Schauspiel beiwohnen. Ein Akt, der binnen weniger Sekunden wieder vorbei ist. Danach gehen die beiden auseinander, fallen um und schlafen.

Der Tag ist wie im Flug vergangen, es ist schon fast 18 Uhr und wir treten das letzte Stück Fahrt ins Camp an, welches in der Zentralserengeti liegt. Wir sind schon neugierig, was uns erwartet.

Wir fahren entlang der riesigen Grünflächen, die Gräser sind hier besonders hoch, da sehen wir schon unser Camp. Ein weiterer Anblick der bei uns für Gänsehaut sorgt. Es ist unbeschreiblich schön, wie dieses Camp in der Wildnis auf uns wartet. Die Crew hat bereits alles vorbereitet und uns herzlich beim Auto mit frischen, feuchten Handtüchern begrüßt. Eine angenehme Geste, die bei der Ankunft nach einem Safaritag für Erfrischung sorgt.

Freudig teilen sie uns mit, dass heute auch der Gin und Rotwein für uns bereitsteht. Die Lieferung wurde per Bus in die Serengeti geschickt und die Crew hat alles am Weg hierher übernommen.

Sie haben auch schon das Lagerfeuer vorbereitet und unsere Stühle und einen kleinen Tisch mit dem Gin vorbereitet. Es war also Zeit für einen Sundowner, besser hätte es nicht sein können.

So sitzen wir eine ganze Weile und genießen den Blick in die unendliche Weite, bis unser Abendessen serviert wird.

Der Koch Mika kommt kurz davor immer zu uns, fragt ob wir bereit sind und kündigt dann sein Menü an, nur das Dessert ist immer eine Überraschung. Die Tansanier sind alle sehr herzliche und freundliche Menschen und pflegen einen sehr liebevollen Umgang miteinander.

Eine herrliche, laue Nacht haben wir heute und der Himmel ist nach Tagen wieder mal so klar, dass wir den Sternenhimmel bestaunen können, ehe wir mit vielen neuen Eindrücken schlafen gehen. Vorm Zelt erwartet uns ein kleiner Frosch, den wir vorsichtig dazu bringen ins Gras zurück zu hüpfen.

Lala salama Serengeti

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