Ankunft in Kyoto

Landeanflug auf Tokio. Exakt 10,5 Stunden und 9.247 Kilometer später von zu Hause entfernt, landen wir am Flughafen Haneda in Tokio. Es war ein sehr angenehmer Flug. Es waren großteils Japaner an Board. Wir hatten noch nie so ruhige und disziplinierte Mitreisende an Board. Die Japaner sind sehr darauf bedacht, niemanden zu stören und pflegen einen äußerst respektvollen Umgang mit ihren Mitmenschen.

Es ist 6:30 Uhr Ortszeit, am Flughafen bei BIC Camera kaufen wir gleich die Sim-Datenkarte fürs Handy, damit wir Google Maps verwenden können, sowie die neuen roten Suica Wertkarten für die öffentlichen Verkehrsmittel. Mit dem Monorail fahren wir zur Anschlussstelle vom Shinkansen. Dort kaufen wir am Schalter die Tickets nach Kyōto. Am Weg zum Bahnsteig besorgen wir noch schnell Sushi für die Fahrt und müssen nur wenige Minuten bis zum Eintreffen des spacig wirkenden Schnellzugs warten.

Der Schaltermitarbeiter hat uns zwei Plätze reserviert, dort machen wir es uns gemütlich und schon geht die Fahrt pünktlich um 8:45 Uhr los. Obwohl die Fahrgäste im Zug essen dürfen, ist alles blitzeblank sauber. Wir sind schon sehr hungrig und packen vorsichtig unser mitgebrachtes Sushi aus.

Irgendwie seltsam hier im Zug zu essen, aber es ist tatsächlich erlaubt. Mit 300 km/h braust der Shinkansen die Strecke entlang. Im Inneren merkt man die Geschwindigkeit gar nicht. Nach zweieinhalb Stunden kommen wir in Kyōto an. Um ins Zentrum zu kommen, nehmen wir die U-Bahn und anschließend den Bus. Im Hotel deponieren wir das Gepäck, da unser Zimmer noch nicht bezugsfertig ist.

Wir starten gleich mit unserer Sightseeingtour. Das erste Ziel ist der Shintõ-Schrein namens Yasaka, welcher im Jahr 656 im Gion-zukuri Stil erbaut wurde und als einer der größten Schreine Japans zählt. Im Jahr 869 wurden die tragbaren Schreine des Gion-Schreins durch die Straßen von Kyōto getragen, um eine Seuche zu bekämpfen.

Weiter geht es zum Kōdaiji-Tempel welcher von Nene im 17. Jahrhundert errichtet wurde, die in Trauer um ihren Ehemann Toyotomi Hideyoshi war.

Heute ist es ein Tempel der Rinzai Kenninji-Sekte. Innerhalb der Tempelanlage befinden sich wunderschöne Zen Gärten. In einem konnten wir zusehen, wie der Kies mit dem Rechen in Form gebracht wird. Schon der Anblick strahlt etwas Beruhigendes aus.

Beim anschließenden Spaziergang durch das Gion Viertel können wir viele Geishas sehen. Mit ihren wunderschönen Kimonos, perfekter Frisur und perfektem Make-Up schreiten sie stilsicher durch die Gassen.

Sie tragen weiße Strümpfe und dazu ihre Flipflops ähnlichen Schlapfen. Durch den engen Schnitt der Kimonos können Sie nur kleine Schritte machen und es wirkt ein bisschen wie kindliches zappeln.

Wir sind inzwischen seit 24 Stunden unterwegs und die Müdigkeit sitzt uns in den Knochen. Wir können kaum noch unsere Beine heben und jeder Schritt fällt uns schwer. Wir gehen ins Hotel, beziehen unser Zimmer und machen ein kurzes Nickerchen, welches wir dann auf eine Stunde ausweiten. Doch nach dem Aufwachen waren wir fast so müde wie zuvor. Wir mussten uns regelrecht zwingen aufzustehen und rauszugehen.

Zum Abendessen gehen wir heute in die Pontocho Alley, 15 Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt. Da ist uns am Heimweg am Nachmittag schon ein Lokal aufgefallen, welches von sich behauptet, das beste Kobe Beef in der Stadt zu haben.

Die Steaks waren gut und das Fleisch zart und weich, der Wein dafür nicht genießbar. Es war dennoch ein nettes Lokal, ein bisschen eine Touristenabzocke, aber am ersten Tag hatten wir zu wenig Energie, um lange zu suchen.

Am Heimweg kehren wir noch in eine kleine Bar ein, um Sake zu trinken. Anfangs sind wir noch die einzigen Gäste und führen eine nette Unterhaltung mit der Kellnerin, die uns Tipps für die weitere Reise gibt. Sie erzählt uns auch, dass im Moment untypisch wenig los ist, da die chinesischen Touristen aufgrund des Coronovirus ausbleiben. In dem Fall gut für uns, wenn nicht so ein Trubel herrscht.

Immer noch müde machen wir uns gegen 23 Uhr zu Fuß auf den Heimweg.

Oyasuminasai/おやすみなさい

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