Agra – 2. Tag

Heute hatten wir einen gemütlichen Tag. Nach dem wunderbaren Frühstück machten wir uns auf die Suche nach einem Spa.

Breakfast@Homestay

Unser ursprünglicher Plan war, in einem Hotel eine typische indische Massage zu buchen, also gingen wir zu Fuß in Richtung Radisson Hotel. Dabei hatten wir uns allerdings verlaufen und sind in einer sehr einfachen Wohngegend gelandet. Als Europäer oder vielmehr als blonde Frau sorgt man dort für Aufsehen der besonderen Art. Die Menschen auf den Straßen riefen andere aus deren Häusern raus, um die Fremden zu sehen. Manche Frauen begegneten der „fremden“ Frau mit bösen Blicken, die meisten aber begrüßten uns freundlich. Die Männer versuchten verstohlen ein Foto zu machen oder schauten ungeniert. Die Kinder liefen uns nach und bettelten um ‚“Chocolate or 10 Rupies“. Nur einer der Buben ging zu weit und fand es lustig die Fremde zu begrapschen, da half nur das Einschreiten des „fremden“ Mannes. Abgesehen davon waren die Kinder ausgesprochen reizend und haben gewinkt und gelacht.

Irgendwann hatten wir dann doch das Radisson gefunden, eine Massage war dort aber leider nur den hoteleigenen Gästen vorbehalten. Nahe dem Hotel wurden wir von einem Tuk Tuk Fahrer zu seinen Diensten überredet. Aus einer einfachen Fahrt wurde eine Tagespauschale mit diversen Zwischenstationen:

Unserer Fahrer hat uns davon überzeugt, dass die Treatments in den Hotels viel zu teuer sind und uns überredet eine Massage im Massage Tempel zu buchen. Gesagt… getan. Wir machten einen Termin für den späten Nachmittag aus und fuhren weiter zum Kinari Bazar.

Dort angekommen, mussten wir feststellen, dass das Gebiet „Frauen frei“ ist. Der Bazar als solches hat auch nicht wirklich zum Einkaufen eingeladen. Ein kleiner Rundgang war daher völlig ausreichend.

Anschließend besuchten wir die dort gelegene Jama Masjid Moschee. Im angrenzenden Gebäude befindet sich eine islamische Schule. Und wie kann es anders sein, auch hier wurden wir wieder von einem Gratis Guide willkommen geheißen. Nach einer lustigen Führung und vielen Tipps und einigen Fotos mehr wurden wir zu einer kleinen Spende für die Moschee aufgefordert. Am Ende wurden wir gebeten einen kleinen Beitrag für den Schuhaufpasser springen zu lassen. Nachdem sich wohl selten blonde Frauen in dieses Gebiet begeben, wurden wir vom Guide gefragt, ob er ein Selfie mit Madame machen darf. Aber diese Frage wurde uns gestern bereits mehrmals gestellt und ist somit nicht neu. Inzwischen gibt es bereits einige Selfies dieser Art.

Jama Masjid Moschee

Selfie for the guide

Weiter ging es zum Itmad-ud-Daula, auch „Little Taj“ genannt. Dort haben wir uns vorgenommen, keinem persönlichen Guide mehr auf den Leim zu gehen, doch wir wurden eines besseren belehrt. Eigenartig, wie das nur passieren konnte. Und schon war uns eine kleine Führung sicher und eine kleine Spende gefragt 😉.

Itmad-ud-Daula (Little Taj)

Mittagessen gab es heute auf der Straße. Köstliche Samosas und Mineralwasser zum Preis von umgerechnet 70 Cent für uns beide.

Lunch time

Lunch time

Anschließend ging es auf Empfehlung unseres Fahrers zum „Gewürzladen“, der sich aber vielmehr auf Marmor, Saris und sonstiges Souvenir fokussiert hat. Wie bereits gestern vorgenommen, haben wir diesmal nur Sachen gekauft, die wir wirklich wollten. Selbst das in die Länge gezogene Verkaufsgespräch, bei dem es um einen superschönen indischen Beistelltisch ging, haben wir Stand gehalten und nicht gekauft. Aber wir waren schon nahe dran, nur wohin mit dem Zeugs.

Zuletzt folgte die Massage im „Palast“. Vielmehr sollte man den Salon „aufgelassenes, abgeschnuddeltes Bordell, umfunktioniert in ein Massage Institut“ nennen. Na gut, wir müssen zugeben, dass die Massage und der Stirnguss ganz gut war, aber die Räumlichkeiten und die Duschen waren schon recht grenzwertig. Aber schließlich fahren wir nicht nach Indien um eine Massage in einem Luxus Tempel zu buchen.

Danach sind wir in unser Homestay zurück, um nach einer kurzen Pause dort ein köstliches Abendessen mit Dal und vegetarischen Curries zu bekommen. Es ergaben sich unterhaltsame Tischgespräche mit einer Schweizerin und einem Paar aus London.

Unsere Vermieterin brach zum indischen Rama Navami Fest in einem nahegelegenen privaten Hindutempel auf, wo wir später nachkamen, um mitzufeiern. Wir wurden sofort willkommen geheißen und nach der Zeremonie mit Essen und Trinken versorgt.

Rama Navami

Double Tika

Die Kinder wollten das obligatorische Selfie und haben uns, soweit ihre Englisch Kenntnisse ausgereicht haben, ausgefragt.

Selfie with kids

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