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Archiv für die Kategorie: Indien 2017

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Jodhpur

14. April 2017/0 Kommentare/in Indien 2017/von Manuela und Stefan

Erstes Erwachen in der blauen Stadt.

Blue City

Wir frühstückten in unserem Haveli und machten uns dann zu Fuß rauf zum Fort, ein ziemlich steiler und anstrengender Weg bei der Hitze.

Mehrangarh Fort

Mit Audio Guides ausgerüstet besichtigten wir das Fort. Jetzt könnte man glauben, dass es langsam langweilig sein könnte, wenn man in jeder Stadt ein Fort besichtigt. Aber dieses gefiel uns dann doch am besten, weil es im Vergleich zu den beiden anderen in Agra und Jaipur zwar auch eine sehr martialische Festung ist zugleich aber im Inneren eine sehr angenehme Atmosphäre hat.

Mehrangarh Fort

Mehrangarh Fort

Der Fußweg runter in die Stadt ließ uns wieder auf viele nette Menschen treffen. Es ist für uns immer noch unfassbar, welche Reaktion man hier als Europäer auslöst. Die Kinder laufen uns oft nach uns Fragen, soweit deren Englischkenntnisse reichen.

Nach einer kurzen Stärkung bei Lassi und Fruchtsäften, ging es zu Fuß weiter zum Sardar Markt. Ein Farbenmeer lag vor uns – bunte Früchte und Stoffe, wohin das Auge reichte. Dazu noch die vielen Frauen mit ihren bunten Gewändern. Jodhpur ist bisher die bunteste Stadt auf unserer Reise. Es herrschte wieder Höllenverkehr und Fußgänger mischten sich mit Motorrädern und Tuk Tuk’s. Es ist jedes Mal wieder ein Erlebnis und doch kommt man irgendwie voran und bekommt den täglichen Schwermetallcocktail ab.

Crazy Traffic

Anschließend machten wir uns auf die Suche nach einem Spicy Shop der im Lonely Planet empfohlen wird. Natürlich wäre es nicht Indien, wenn wir am Weg dorthin nicht wieder angesprochen und in eine andere Richtung, nämlich zum Markt für die Einheimischen geschickt worden wären. Denn dort, so sagte uns der Einheimische, wird kein Unterschied gemacht, ob man braun oder weiß ist, alle bekommen den selben Preis. Das war wohl der Witz des Tages, zumal wir es von Beginn an unserer Reise jeden Tag ganz anders erleben. Schon kurz drauf spricht uns ein anderer Inder an, der sich von gestern Abend an uns erinnern konnte, er wusste sogar in welchem Haveli wir untergebracht sind. Da wir gestern bei unserer Ankunft mit so vielen Menschen gesprochen haben, konnten wir uns nicht mehr daran erinnern. Wir fragten nach den M.V. Spices Shop und er gab uns zu verstehen, dass wir in die falsche Richtung laufen. Jetzt muss man sagen, dass die allesamt sehr vertrauenserweckend wirken, in Wirklichkeit muss man aber immer davon ausgehen, dass sie schwindeln und nur darauf aus sind, Provision zu kassieren, wenn sie einen Kunden bringen. So landet man meist in einem ganz anderen Geschäft, als man tatsächlich vor hatte. Aber heute sollte es anders sein. Google Maps sei Dank, landeten wir bei M.V. Spices.

M.V. Spices

Das Geschäft hat eine gewisse Tradition und wird seit dem Tod des Inhabers von seinen 7 Töchtern geführt. Wir wurden sehr nett empfangen und bekamen Tee serviert. Die Gewürze waren alle sehr sauber verpackt, was man von den bisherigen Gewürzläden nicht behaupten kann. Wir konnten einiges verkosten und kauften ein paar Gewürze ein, damit wir künftig noch besseres indisches Curry kochen können.

M.V. Spices

Die junge Frau erzählte uns, wie schwer es ist, als Frau Geschäfte in Indien zu machen. Man wird hier ständig über den Tisch gezogen, aber sie wirkt fest entschlossen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuführen.

M.V. Spices
www.mvspices.com
Shop No. 107, Nai Sarak, Jodhpur

Das Familienunternehmen legt großen Wert darauf, beste Ware einzukaufen und entsprechend zu verarbeiten. Wir werden es zu Hause bald testen können.

Um 22 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Fest anlässlich des Fastenbrechen der Frauen. Die ganze Stadt war eine Partyzone und man hatte das Gefühl, dass alle Einheimischen auf der Straße waren. Auf jeder Ecke waren Bühnen aufgebaut und Musik kam in übertriebener Lautstärke aus den Boxen, die regelmäßig übersteuerten und ein furchtbarer Pfeifton ertönte.

Festival

Festival

Wir schüttelten wieder jede Menge Hände und beantworteten auch wieder die obligatorischen Fragen „Where are you from?“, „What’s your Name?“, „Are you married?“. Es fühlte sich an wie Hollywood in Bollywood. Zwischendurch mussten wir uns durch die Menschenmengen wühlen. Wobei ein Grapscher von Manuela ein paar auf die Finger bekommen hat, damit hat er wohl nicht gerechnet. Die Frauen hatten wunderschöne, bunte Kleider an und waren mit verzierten Stöcken ausgerüstet. Nachdem sie jetzt 30 Tage lang gefastet haben, feiern sie heute das Ende der Fastenzeit und dürfen die Männer damit schlagen. Wobei man erwähnen muss, dass die Frauen dabei sehr sanft und vorsichtig waren.

https://2-minutes.today/wp-content/uploads/2021/02/2-Minutes-Logo.png 0 0 Manuela und Stefan https://2-minutes.today/wp-content/uploads/2021/02/2-Minutes-Logo.png Manuela und Stefan2017-04-14 20:29:412017-04-14 20:42:30Jodhpur

Jaisalmer – Erwachen in der Wüste – Jodhpur

13. April 2017/2 Kommentare/in Indien 2017/von Manuela und Stefan

Good Morning Sunshine.

Sunrise

Wir wachten rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf. Unser Camel Driver hat bereits Feuer gemacht, um unser Frühstück zubereiten zu können. Seine Schlafstelle – er hat in unserer Nähe am Boden geschlafen – war bereits weggeräumt. Als er merkte, dass wir wach sind, servierte er uns Chai Latte Tee ans „Bett“.

Desert bed

Masala chai with milk

Herrlich wildromantisch war es hier. Rund um unsere Liegen konnten wir abertausende Spuren der großen schwarzen Wüstenkäfer sehen. Womöglich war unsere Anwesenheit eine Sensation für die Krabbeltiere. Aber bis auf unsere Liegen rauf dürften sie es wohl nicht geschafft haben, oder wir haben es nur nicht bemerkt. Stattdessen war einiges anderes Krabbeltier zu Gast bei uns. Aber der Mensch isst im Schlaf angeblich so einiges an Krabbelzeugs. (laut Statistik: 14 pro Jahr)

Der Tee schmeckte köstlich und die Luft am Morgen in der Wüste war sehr angenehm. Unser Frühstück umfasste getoastetes Brot, Marmelade, Bananen, Orangen und 4 hartgekochte Eier. Für die Eier waren selbst wir zu feig, zumal wir das Essen seit gestern mitführten und es keinerlei Kühlmöglichkeit gab. Delhi Belly war ausreichend, eine reinrassige indische Salmonellenvergiftung möchten wir nicht unbedingt zu unseren Urlaubserlebnissen zählen müssen. Aus Höflichkeit dem Koch gegenüber, schälte Manuela zwei Eier und versuchte sie heimlich den Krähen zu füttern. Doch selbst die Vögel wollten diese nicht essen. Ein Zeichen? Schnell vergruben wir die Eier im Sand, ehe unser Koch es sehen konnte.

Wir ritten zurück zum Meeting Point, wo wir in unseren Jeep umstiegen, der uns in unser Homestay zurück brachte. Nachdem Stefan immer noch angeschlagen war, blieben wir dort bis zum Nachmittag und wurden auch nochmal von Sorab bekocht und Stefan mit ausreichend Tee versorgt.

Samar and Sorab

Es hatte heute 44 Grad im Schatten und unsere Handies und unser iPad glühten und schalteten sich teilweise sogar ab.

Kurz nach 16 Uhr ging es per Tuk Tuk zum nahegelegenen Bahnhof. Es war so untypisch ruhig hier und unser Zug stand schon in der Station. Jaisalmer ist halt doch sehr ländlichen und klein. Auch hier konnte man wieder Soldaten sehen. Das Militär ist in Jaisalmer auf Grund der Nähe zum Feind Pakistan – ca. 100 Kilometer Luftlinie – stationiert und sehr präsent. Völlig überrascht, dass wir diesmal scheinbar ohne Zwischenfall und Vorfällen und vorallem ohne Wechsel des Bahnsteiges Zugfahren können, stiegen wir vorsichtig ein. Schnell fanden wir unseren Platz. Diesmal hatten wir die zweite Klasse mit Air Condition gewählt, damit wir dann die meisten Klassen ausprobiert haben. Wir verstauten unsere Koffer unter den Liegen und beseitigten die lausig wirkenden Wolldecken, die man in der zweiten Klasse bekommt. Kaum saßen wir auf den unteren Bänken, begann es schon zu krabbeln. Manuela entfernte mal das erste Getier ohne genau zu schauen worum es sich eigentlich handelt. Aber es dauerte nicht lange und das zweite war schon im Anmarsch. Dabei mussten wir feststellen, dass es sich um Wanzen handelte. Seither liegen ein paar dieser Spezies tot am Boden. Wir kletterten auf unsere Plätze in der oberen Reihe. Stefans Gesichtsausdruck war zum Schreien und unser Bedürfnis uns auf die Liege zu legen war eher gering. Uns kam wieder die vorhin angesprochene Statistik in Erinnerung. Stefan wollte darüber erst nach der Zugfahrt mehr wissen.

Blogger

Die Fahrzeit betrug 5:40 Stunden.
Wir sind hoffentlich ohne Wanzen in Jodhpur ausgestiegen und auf der Fahrt ins Singhvi’s Haveli noch in einem Umzug geraten. Heute und morgen feiern die Frauen nach 30 Tagen Fasten, damit die Männer ein langes und gutes Leben haben. Und an die männlichen Blog Leser: Das führen wir in Österreich sicher nicht ein. (Manuela) Warum nicht? (Stefan)
Wir kamen uns vor wie der König und die Königin, weil uns viele Menschen zuwinkten und andere wieder unsere Hände schüttelten. Wir haben das Tuk Tuk verlassen und sind zu Fuß mit unseren Trolleys durch den farbenfrohen Umzug gut gelaunter Menschen zum Haveli marschiert.

Festival in Jodhpur

Das Haveli ist sehr schön und als wir die obere Terrasse sahen, haben wir gleich unser Zimmer upgegraded.

Terrace

Jodhpur at night

https://2-minutes.today/wp-content/uploads/2021/02/2-Minutes-Logo.png 0 0 Manuela und Stefan https://2-minutes.today/wp-content/uploads/2021/02/2-Minutes-Logo.png Manuela und Stefan2017-04-13 22:15:482017-04-13 22:17:50Jaisalmer – Erwachen in der Wüste – Jodhpur

Jaisalmer – Desert Trip

12. April 2017/0 Kommentare/in Indien 2017/von Manuela und Stefan

Nachdem Stefan noch geschwächt war vom Delhi Belly und letzte Nacht etwas Fieber hatte, nahmen wir das Frühstück wie gewohnt auf der Terrasse ein und Stefan verbrachte die Zeit bis zur Abfahrt in die Wüste dort auf der Liege, um Kräfte zu sammeln. Soweit ging es ihm gut, er war nur etwas geschwächt. Wir hatten wieder einiges über 40 Grad.

Manuela war kurz draußen um Bananen und Wasser zu kaufen. Sobald man das Haus verlässt stürmen auch schon die Kinder aus der Nachbarschaft auf einen zu und betteln um Stifte. Am ersten Tag haben wir alle mit Kugelschreiber und Seifen versorgt, jetzt glauben sie, dass die blonde Frau im Hotel einen Koffer mit Stiften bei sich hat.

Am Nachmittag wurden wir vom Hotel per Jeep abgeholt und wir hatten noch die Möglichkeit ein paar Sehenswürdigkeiten zu besuchen.

Amar Sagar
Ein Maharaja ließ im 17. Jahrhundert einen Teich und darunterlegende Wasserspeicher bauen, um so die Wüste grüner zu machen. In den letzten Jahren gab es in der Monsunzeit leider wenig Regen, was natürlich Probleme für Mensch und Tier mit sich brachte und den Teich austrocknen ließ. Keep fingers crossed, damit der in den nächsten Wochen eintreffende Monsun viel Wasser mit sich bringt. Nach dem Tod des Maharajas ließ der Sohn eine Ruhestätte in der Nähe des Sees bauen. Später wurden dort auch weitere Familienmitglieder beigesetzt.

Cenotaph

Auch einen weiteren Jain Tempel gibt es in der Nähe der Wüste, den wir allerdings nur von aussen besichtigt haben.

Jain Temple

Kuldhara Village
Es wird auch das leere Dorf genannt. Den Erzählungen nach wollte ein König in diesem Dorf vor langer, langer Zeit eine Frau aus einer anderen Kaste heiraten, was bis heute noch verpönt ist. Die Dorfgemeinschaft protestierte und verließ das Dorf. Seither steht es leer.

Wir machten einen kurzen Stopp bei einem Gipsy Village und beschenkten die Kinder mit Kugelschreiber. Es ist immer wieder schön zu sehen, welch große Freude man den Kindern hier damit machen kann.

Gypsy Kids

Gypsy Kids

Danach wurden wir schon von unseren Kamelen empfangen und ritten los in die Wüste.

Camel driver

Unser Camel Driver war mit Flip Flops zu Fuß unterwegs und brachte uns zu unserem Schlafplatz.

Dunes

Caravan

Auf Grund der hohen Temperaturen in dieser Jahreszeit gab es sogar Liegen, die uns zur Verfügung gestellt wurden. Wir suchten uns ein nettes Plätzchen, stellten unsere Liegen auf, während unser Guide die trockenen Äste der wenigen Sträucher sammelte und Feuer machte, um für uns zu kochen. Er leerte den Sack mit ein wenig Kochgeschirr am Sand aus und machte sich an die Arbeit.

Cooking camel driver

Dinner

Wir beide gingen einstweilen die Sanddünen entlang und beobachteten den Sonnenuntergang und entdeckten dabei auch jede Menge große schwarze Käfer, die hastig über den Sand liefen.

Stefan

Beetle

Als wir zurück kamen, gab es ein einfaches aber köstliches Gericht und wie fast alles hier vegetarisch.

Starter

Campfire

Sogar Chapati und Chai Tee wurde frisch für uns zubereitet. An Hygienevorschriften darf man hier wirklich nicht denken, aber die wunderschöne Wüstenkulisse lässt vieles vergessen. Abgesehen davon, war es bereits dunkel, als wir bei der Hauptspeise angelangt waren und so sah man die kleinen Insekten am Essen auch nur sehr vage. Stefan war noch ziemlich angeschlagen, hielt aber tapfer durch.

Nach dem Essen brachten wir unsere Liegen rauf in die Sanddünen und breiteten unsere Schlafsäcke darauf aus. Wir konnten zahlreiche Sterne und das Aufgehen des Mondes beobachten. Irgendwann schliefen wir ein.

Moonrise

https://2-minutes.today/wp-content/uploads/2021/02/2-Minutes-Logo.png 0 0 Manuela und Stefan https://2-minutes.today/wp-content/uploads/2021/02/2-Minutes-Logo.png Manuela und Stefan2017-04-12 22:00:462017-04-13 12:14:01Jaisalmer – Desert Trip
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