Jodhpur

Erstes Erwachen in der blauen Stadt.

Blue City

Wir frühstückten in unserem Haveli und machten uns dann zu Fuß rauf zum Fort, ein ziemlich steiler und anstrengender Weg bei der Hitze.

Mehrangarh Fort

Mit Audio Guides ausgerüstet besichtigten wir das Fort. Jetzt könnte man glauben, dass es langsam langweilig sein könnte, wenn man in jeder Stadt ein Fort besichtigt. Aber dieses gefiel uns dann doch am besten, weil es im Vergleich zu den beiden anderen in Agra und Jaipur zwar auch eine sehr martialische Festung ist zugleich aber im Inneren eine sehr angenehme Atmosphäre hat.

Mehrangarh Fort

Mehrangarh Fort

Der Fußweg runter in die Stadt ließ uns wieder auf viele nette Menschen treffen. Es ist für uns immer noch unfassbar, welche Reaktion man hier als Europäer auslöst. Die Kinder laufen uns oft nach uns Fragen, soweit deren Englischkenntnisse reichen.

Nach einer kurzen Stärkung bei Lassi und Fruchtsäften, ging es zu Fuß weiter zum Sardar Markt. Ein Farbenmeer lag vor uns – bunte Früchte und Stoffe, wohin das Auge reichte. Dazu noch die vielen Frauen mit ihren bunten Gewändern. Jodhpur ist bisher die bunteste Stadt auf unserer Reise. Es herrschte wieder Höllenverkehr und Fußgänger mischten sich mit Motorrädern und Tuk Tuk’s. Es ist jedes Mal wieder ein Erlebnis und doch kommt man irgendwie voran und bekommt den täglichen Schwermetallcocktail ab.

Crazy Traffic

Anschließend machten wir uns auf die Suche nach einem Spicy Shop der im Lonely Planet empfohlen wird. Natürlich wäre es nicht Indien, wenn wir am Weg dorthin nicht wieder angesprochen und in eine andere Richtung, nämlich zum Markt für die Einheimischen geschickt worden wären. Denn dort, so sagte uns der Einheimische, wird kein Unterschied gemacht, ob man braun oder weiß ist, alle bekommen den selben Preis. Das war wohl der Witz des Tages, zumal wir es von Beginn an unserer Reise jeden Tag ganz anders erleben. Schon kurz drauf spricht uns ein anderer Inder an, der sich von gestern Abend an uns erinnern konnte, er wusste sogar in welchem Haveli wir untergebracht sind. Da wir gestern bei unserer Ankunft mit so vielen Menschen gesprochen haben, konnten wir uns nicht mehr daran erinnern. Wir fragten nach den M.V. Spices Shop und er gab uns zu verstehen, dass wir in die falsche Richtung laufen. Jetzt muss man sagen, dass die allesamt sehr vertrauenserweckend wirken, in Wirklichkeit muss man aber immer davon ausgehen, dass sie schwindeln und nur darauf aus sind, Provision zu kassieren, wenn sie einen Kunden bringen. So landet man meist in einem ganz anderen Geschäft, als man tatsächlich vor hatte. Aber heute sollte es anders sein. Google Maps sei Dank, landeten wir bei M.V. Spices.

M.V. Spices

Das Geschäft hat eine gewisse Tradition und wird seit dem Tod des Inhabers von seinen 7 Töchtern geführt. Wir wurden sehr nett empfangen und bekamen Tee serviert. Die Gewürze waren alle sehr sauber verpackt, was man von den bisherigen Gewürzläden nicht behaupten kann. Wir konnten einiges verkosten und kauften ein paar Gewürze ein, damit wir künftig noch besseres indisches Curry kochen können.

M.V. Spices

Die junge Frau erzählte uns, wie schwer es ist, als Frau Geschäfte in Indien zu machen. Man wird hier ständig über den Tisch gezogen, aber sie wirkt fest entschlossen, das Unternehmen erfolgreich weiterzuführen.

M.V. Spices
www.mvspices.com
Shop No. 107, Nai Sarak, Jodhpur

Das Familienunternehmen legt großen Wert darauf, beste Ware einzukaufen und entsprechend zu verarbeiten. Wir werden es zu Hause bald testen können.

Um 22 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Fest anlässlich des Fastenbrechen der Frauen. Die ganze Stadt war eine Partyzone und man hatte das Gefühl, dass alle Einheimischen auf der Straße waren. Auf jeder Ecke waren Bühnen aufgebaut und Musik kam in übertriebener Lautstärke aus den Boxen, die regelmäßig übersteuerten und ein furchtbarer Pfeifton ertönte.

Festival

Festival

Wir schüttelten wieder jede Menge Hände und beantworteten auch wieder die obligatorischen Fragen „Where are you from?“, „What’s your Name?“, „Are you married?“. Es fühlte sich an wie Hollywood in Bollywood. Zwischendurch mussten wir uns durch die Menschenmengen wühlen. Wobei ein Grapscher von Manuela ein paar auf die Finger bekommen hat, damit hat er wohl nicht gerechnet. Die Frauen hatten wunderschöne, bunte Kleider an und waren mit verzierten Stöcken ausgerüstet. Nachdem sie jetzt 30 Tage lang gefastet haben, feiern sie heute das Ende der Fastenzeit und dürfen die Männer damit schlagen. Wobei man erwähnen muss, dass die Frauen dabei sehr sanft und vorsichtig waren.

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