Atlantic Rally for Cruisers 2004

Tag 20 = letzter Tag auf See – Land in Sicht!

Position: östlich von St. Lucia, nördlich von Barbados – 14°15.99’N 059°41.87’W

Das Ziel greifbar nahe hat der Wind wieder nachgelassen, wodurch die letzten Stunden sich endlos in die Länge ziehen. Lange Zeit war auch weit und breit kein Schiff zu sehen – was uns etwas verwunderte, sagten uns doch unsere Navigationsgeräte, dass wir wirklich nicht mehr weit sind, und der ARC Positionsbericht hätte schliessen lassen, dass sich heute mehrere Boote auf den letzten Meilen wiederfinden sollten.

Doch ab Mittag gabs dann doch die ersten Anzeichen dafür, dass wir auf Kurs sind. Ein paar Boote tauchen am Horizont auf, karibische Töne erreichen unser Radiogerät.

Radio

Um 18:30h UTC, 19:30h österreichische Zeit, 14:30h St. Lucia Zeit ist es dann soweit: LAND IN SICHT!

Land in Sicht

In weiser Vorraussicht hatten wir die letzten Tage den Generator öfter laufen lassen, um unsere Kühlbox durchgehend an die Batterien hängen zu können. Somit gab es zu gegebenem Anlass eisgekühlten Champagner!

Champagner

Den Zieleinlauf erwarten wir um ca. 19h lokale Uhrzeit. Wir werden Euch darüber berichten – aber nicht mehr heute, sondern manana…

Bis dann ihr Lieben, tut gut zu wissen, dass Ihr so mit uns mitfiebert.

Tag 19 auf See – noch 24 Stunden bis St. Lucia

Position: östlich von St. Lucia – 14°35.48’N 056°39.0’W

Bei weiterhin schönem Wind und hoher Atlantikwelle verbringen wir unseren vorletzten Tag auf See: herumschauen, Spaghetti essen, Tee trinken, Sonne liegen, schlafen, Musik hören, lesen, Sport, warten, …

Wellenreiten

Unsere Wassertanks sind leer, unser Dieseltank fast auch, Trinkwasser und Essen haben wir noch für 2 Wochen, der Champagner reicht noch bis zum Zieleinlauf.

Zur Sicherheit haben wir zu Mittag unseren Breitengrad nochmals mit dem (Papier-)Sextanten überprüft.

Sextant

Wenn der Wind anhält, kommen wir morgen am späten Nachmittag in der Rodney Bay auf St. Lucia an.

Die ersten geplanten Aktionen auf St. Lucia sind:
den letzten Champagner köpfen, gehen üben, nach Hause telefonieren, ausgiebig mit Süßwasser duschen, ein kühles Bier, Steakessen mit frischem Salat, Besuch der „Friday Night Street Party“, Durchschlafen ohne Gewackel, …

Welle

Tag 18 auf See – es geht was weiter

Position: 2 Tage östlich von St. Lucia – 14°08.24’N 053°25.0’W

Wir hatten eine sehr sportliche Nacht. Diese bescherte uns unser neues Rekord-ETMAL von 180 Meilen. (Nur mehr 440 Meilen!)

Ja! Es geht wirklich was weiter. Schon drei Tage hindurch fahren wir Tagesetappen von 160 bis 180 Seemeilen. Der Wind soll uns die nächsten Tage nicht nur erhalten bleiben, nein, er soll sogar noch etwas stärker werden.

Somit könnten wir schon am Freitag in St. Lucia ankommen. Auch wenn bei dieser Reise der Weg das Ziel war, ist es doch schön, wenn man dem Ziel näher kommt. Vor allem, wenn man diesem mit über 8 Knoten entgegensegelt.

Was hat sich sonst getan? Ein paar kleinere Reparaturen wurden erledigt – auf einem Boot gibt es immer was zu machen.

Schotreparatur

Mehrere Squalls mit Windspitzen von bis zu 40 Knoten haben keine Langeweile aufkommen lassen.

Gewitter

Und wir haben uns endlich gewaschen! Dazu haben wir uns bei 8 Knoten im Meer nachziehen lassen.

Waschen

Nach einem guten Abendessen sind wir jetzt bereit für unsere hoffentlich vorletzte Nachtwache.

Ganz viele Grüße
Eure 4

Welle

Tag 17 auf See – Besuch von Oben

Position: Mitten im Atlantik – 14°24.18’N 050°24.0’W

Heute hatten wir während einer kurzen sonnigen Phase unangemeldeten aber äußerst charmanten Besuch: Als am Vormittag kurz niemand im Cockpit saß, landete ein kleiner weißer Vogel dort, offenbar um sich etwas auszuruhen.

Vogel

Die vier Gestalten, die plötzlich herbeieilten, ihn fotografierten und zu füttern versuchten, wurden einfach ignoriert und die Willkommensgeschenke abgelehnt. Nach einer kurzen Inspektion – es passte wohl alles – verschwand er wieder. Nachdem sich kein Ornithologe unter uns befindet, können wir leider nicht sagen, um was für einen Vogel es sich bei unserem Besucher handelte.

Ansonsten fahren wir seit der letzten Nacht von Gewittersturm zu Gewittersturm.

Squall

Das bedeutet: Segel runter, Segel rauf, Segel runter, Segel rauf etc. und somit kaum Ruhe.Kurz gesagt, es geht sportlich zu auf der Sonja. Einige von uns bekommen auch schon langsam Unterarme wie Popeye.

Popeye

Die Ruhe und die Völlerei der letzten Wochen machen sich insofern bezahlt, als wir uns genügend Kraftreserven und eine dicke Isolierschicht angegessen haben. Obwohl eigentlich recht warm, wird es im Sturm bei Hagel und Regen nämlich ordentlich frisch.

Mit Riesenschritten nähern wir uns St. Lucia – laut Bordcomputer trennen uns nurmehr 545 Seemeilen von unserem Ziel. Sollte der Wind halten, so bestehen gute Chancen, daß wir in der Nacht von Freitag auf Samstag in Rodney Bay über die Ziellinie laufen.

Welle

Viele Grüße von pudelnassen 4 in einem Boot.

Tag 16 auf See – Zeit

Position: Mitten im Atlantik – 14°29.0’N 047°34.0’W

Ja, seit gestern geht es mit durchschnittlich 7 Knoten dahin! Die Wetterprognose verspricht uns noch zwei so gute Tage. Was danach ist, interessiert uns vorerst nicht.

Überhaupt hat sich ein ganz anderes Zeitgefühl eingeschlichen. Tag und Nacht gehen ineinander über, unterscheiden sich auch von unseren Aktivitäten her kaum. Die Uhrzeit hat seine Bedeutung völlig verloren, bestimmt nicht einmal mehr über Schlaf und Wachheit. Gedanken gehen direkt in Träume über – und umgekehrt. Tagesfixpunkte gibt es eigentlich nur noch zwei: die Positionsmeldung an die ARC um 12h UTC und der Homepage Update nach Sonnenuntergang.

Schauen

Fernglas

Welle

Sunset

Eine Woche werden wir noch so leben, dann müssen wir uns wieder an den anderen Alltag gewöhnen. Aber an das denken wir heute nicht und geniessen den herrlichen Abend mitten am Atlantik.

Liebe Grüße, Eure Vier in einem Boot!