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Himejijo – Kyūshū – Unzen Hell

4. März 2020/0 Kommentare/in Japan 2020/von Manuela und Stefan

Wir haben den Wecker für 6:15 Uhr gestellt. Mir geht es heute etwas besser und die Körpertemperatur ist wieder im normalen Bereich.

Mit dem Taxi fahren wir zu der 30 Minuten entfernten Station Shin Osaka und nehmen dort den Shinkansen Richtung Hakata, allerdings kaufen wir die Tickets nur bis Himeji, da wir dort das Castle besichtigen möchten. Nach 45 Minuten mit einer Geschwindigkeit von 300 km/h, kommen wir auch schon an.

Leider regnet es hier und wir kaufen uns im Family Mart noch schnell einen dieser billigen Regenschirme, die in Japan überall angeboten werden und versperren unser Gepäck am Bahnhof.

Zu Fuß gehen wir die 15 Minuten bis zu der wunderschönen Burg aus dem 17. Jahrhundert, die aus Holz und Stein erbaut und in ihrer weißen Pracht schon aus der Ferne zu sehen ist. Sie gehört zu den nationalen Kulturschätzen Japans und wurde 1993 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Die Dächer und Wände der Burg wurden von 2010 bis 2015 renoviert. Nach der Besichtigung des Aussenbereiches sind wir trotz Schirm schon recht nass und freuen uns, endlich das Innere der Burg besichtigen zu können.

Allerdings muss man dabei die Schuhe ausziehen und über den eiskalten Boden gehen. Schlapfen gibt es momentan Dank der Coronahysterie keine. Da die Fenster der Burg nicht zu verschließen sind, ist es innen genauso kalt wie draussen.

Zurück bei der Shinkansen Station kaufen wir noch Mittagessen und setzen die Fahrt fort und nach exakt 2 Stunden sind wir in Hakata. Die Fahrt im Shinkansen mögen wir sehr, da man auf angenehme und bequeme Art innerhalb Japans schnell vorankommt. Mit dem Auto hätten wir mehr als doppelt so lange hierher gebraucht.

In Hakata nehmen wir unser Mietauto entgegen. Es ist immer wieder eine Sucherei nach dem richtigen Weg, da vieles nicht auf Englisch angeschrieben ist, beziehungsweise die Japaner kaum oder schlecht Englisch sprechen. Aber irgendwie kommen wir immer voran und so finden wir auch das Büro der Autovermietung. Diesmal bekommen wir einen kleinen, neuen Mazda mit Sportmodus, welches sich für die kommende Fahrt über die enge Serpentinenstraße sehr zu unserer Freude auswirkt.

Kurz vor 18 Uhr sind wir in unserem Hotel in Unzen Hell. Unzen Hell ist ein Ort auf Kyūshū, der drittgrößten Hauptinsel Japans, die eine Einwohnerzahl von 13 Millionen Menschen verzeichnet. Der gesamte Ort wirkt wie ein etwas vernachlässigter Kurort und auch die Hotels wirken allesamt schon sehr in die Jahre gekommen. Auch unser Hotel erscheint uns etwas desolat, doch durch den für uns nicht alltäglichen asiatischen Stil ist es aber nicht gar so schlimm.

Wir wollen gleich noch das Onsen im Hotel ausprobieren. Onsen nennt man die Gemeinschaftsbäder, die mit sehr heißen Wasserbecken ausgestattet sind. Erst duscht man nebeneinander auf kleinen Hocker sitzend, geht anschließend ins heiße Becken, bevor der zweite Durchgang beginnt. Die Onsen in den Hotels in Unzen Hell haben eine Zuleitung der Quelle im Ort und sind mit Thermalwasser mit viel Schwefel ausgestattet, dementsprechend riecht es auch im ganzen Ort. Die meisten Onsen sind leider zwischen Männer und Frauen separiert, somit müssen wir beide unterschiedliche Räumlichkeiten aufsuchen. An dem Abend stehen Frauen zwei verschiede Onsen zur Verfügung. Beide sind schon sehr desolat, sehr dunkel und hätten eine Renovierung dringend notwendig. Bei den beiden für die Männer, befindet sich eines im neuen Trakt des Hotels und ist im neuen Design, welches Stefan sehr gut gefällt. Es war aber trotzdem gut und hat hoffentlich den angehenden grippalen Infekt komplett besiegt.

Beim anschließenden Abendessen handelt es sich um ein Private Kaiseki Dinner. Wir werden in einen kleinen Raum nur für uns geführt. Der Tisch ist schon mit wunderbaren Köstlichkeiten gedeckt und laufend kommen weitere hinzu.

Nach eineinhalb Stunden non-stop essen, bleibt uns nur noch der Weg in unser Zimmer, da die Hotelbar immer nur bis 18 Uhr geöffnet ist. Hier bestätigt sich wieder der Charakter einer Kurortes.

Im Zimmer wurden schon die Matratzen am Boden bereit gelegt. Es scheint, als werden wir die Nacht auf sehr dünnen Matratzen verbringen.

Gute Nacht Unzen Hell

https://2-minutes.today/wp-content/uploads/2021/02/2-Minutes-Logo.png 0 0 Manuela und Stefan https://2-minutes.today/wp-content/uploads/2021/02/2-Minutes-Logo.png Manuela und Stefan2020-03-04 22:00:002020-03-06 01:08:23Himejijo – Kyūshū – Unzen Hell

Osaka

3. März 2020/0 Kommentare/in Japan 2020/von Manuela und Stefan

Heute steht Sightseeing light am Programm, vielmehr möchten wir den kulinarischen Spuren Osakas folgen.

Am Weg zu einem kleinen Tempel, den wir unbedingt sehen möchten, kommen wir an zahlreichen Shops vorbei, in denen ein Automat neben dem anderen steht und aus denen man nach Einwurf von Münzen mit einem Greifarm Stofftiere, Spielfiguren, Schlüsselanhänger und sonstige unnötige Dinge herausfischen kann.

Eigentlich dachten wir, dass man damit Kinder anlocken möchte, doch weit gefehlt. Es sind ausschließlich Jugendliche und Erwachsene vorzufinden und die Schilder an der Wand zeigen, dass der Eintritt erst ab 18 Jahren gestattet ist.

Wir sind beim Hozenji-Tempel im Dotombori Viertel angekommen. Er ist in einem Durchgang versteckt, unweit von den Gassen mit den vielen Leuchtreklamen und der intensiven Geräuschkulisse. Nur kurz von den belebten Straßen abgebogen, trifft man hier auf eine Gegend aus den alten Zeiten Osakas. Beim Tempel befindet sich die wunderschöne Mizukake-Fudo-Statue, die wir mit Wasser begießen und uns dann etwas wünschen dürfen.

Die Gegend hinter dem Tempel nennt man Hozenji Yokocho und umfasst einige kleine sehenswürdige Gassen mit vielen kleinen Restaurants. Hier kann man überall Teppanyaki, Okonomiyaki und andere kulinarische Köstlichkeiten probieren.

Wir ziehen weiter in die überdachten Arkaden im Dotombori Viertel und anschließend Richtung Namba Viertel, wo sich der Kuromon Ichiba Markt befindet.

Bei einem der Stände kaufen wir Kobespießchen und Jakobsmuscheln. In Japan ist es verpönt auf der Straße bzw. beim Gehen zu essen. Kauft man bei den Ständen, so darf man davor stehenbleiben und essen bzw. gibt es gelegentlich auch einen kleinen Essbereich hinter dem Stand. Beim Schlendern durch den Markt sehen wir allerhand interessante Dinge. Der nächste Stopp ist wieder der Kulinarik gewidmet. Für Stefan wird es erneut ein Kobe Beef und für mich köstliches Sushi und ein großer Scampi.

Das nächste Ziel ist das Shinsaibashi Viertel, nördlich von Dotonbori. Dort befindet sich eine 600 Meter lange Shopping Straße. Es ist lustig durchzugehen, aber nach Shopping ist uns beiden nicht und so schlendern wir weiter.

Im Shinsaibashi Viertel sind zahlreiche Niederlassungen und Shops von Luxusmarken beheimatet. Gucci, Prada, Burberry, Michael Kors, Louis Vuitton, Boss und zu unserer Freude auch ein Apple Store, dem wir natürlich einen Besuch abstatten.

Wir kommen im American Mura Viertel, westlich von Shinsaibashi an, welches einen Mix der amerikanischen und japanischen Kultur zeigt. Es ist als Hypsterviertel bekannt und das Zentrum für die Trends der japanischen Jugend. Hier befinden sich viele Geschäfte, Cafes, Bars, Restaurants und Nachtclubs. Die Gegend wird geziert mit kreativ gestalteten Straßenlaternen, die nur in diesem Teil der Stadt zu sehen sind. Auf dem Dach eines Gebäude in der Sankaku-Koen,  steht ein Nachbau der Freiheitsstatue.

Es ist inzwischen Nachmittag, als wir uns ein Cafe mit WLAN suchen, da wir für morgen noch ein Hotel in Unzen Hell sowie ein Mietauto buchen müssen. Mir ist plötzlich furchtbar kalt, begleitet von Gliederschmerzen und so trifft sich das ganz gut und der heiße Tee wird helfen. Gute zwei Stunden und 4 Tassen Tee später, sind die Gliederschmerzen noch schlimmer. Der Zeitpunkt ist grad denkbar unpassend, wollten wir doch heute unbedingt in einem Straßenlokal zirka 30 Minuten von unserem Hotel essen.

Wir haben Toyo in einer Dokumentation über Streetfood in Japan entdeckt. Da heute die letzte Möglichkeit ist, fahren wir mit der U-Bahn zu ihm. Als er uns sieht, begrüßt er uns freundlich, macht bei sich am Kochtisch zwei Plätze frei und holt uns zu sich. Leider spricht er kaum Englisch, aber irgendwie kann er sich dann doch verständigen. Er ist ein Showkoch. Während wir essen, holt er Stefan und mich immer wieder zu sich, wir müssen den Mund öffnen und er steckt uns ein Überraschungssushi in den Mund. Seine Showeinlage ist das Braten von Fleisch und Fisch mit einem Bunsenbrenner, wobei er mit seiner Hand das Grillgut wendet. Er ist ein absolut Showmen.

Das Essen war der absolute Hammer und sehr zu empfehlen. Es ist inzwischen kalt geworden und ich fühle mich sehr grippig, so fahren wir ins Hotel, dort werde ich von Stefan noch mit grünem Tee und Aspirin C gedopt.

Gute Nacht Osaka

https://2-minutes.today/wp-content/uploads/2021/02/2-Minutes-Logo.png 0 0 Manuela und Stefan https://2-minutes.today/wp-content/uploads/2021/02/2-Minutes-Logo.png Manuela und Stefan2020-03-03 22:00:002020-03-05 01:52:59Osaka

Kōya-san – Nara – Osaka

2. März 2020/0 Kommentare/in Japan 2020/von Manuela und Stefan

Heute Früh müssen wir zeitig unser Matratzenlager verlassen. Um 7 Uhr beginnt schon das Morgenritual mit den Mönchen im Haupttempel. Sie rezitieren die Sutren in wunderschöner Atmosphäre.

Anschließend begeben wir uns in einen kleinen Tempel im Aussenbereich, wo die morgendliche Feuerzeremonie stattfindet.

Nach gut einer Stunde im Schneidersitz müssen wir unsere Beine erst mal wiederbeleben, um aufs Zimmer zurück gehen zu können, wo auch gleich das vegane Frühstück serviert wird.

Nachdem uns der Friedhof gestern Nacht so sehr begeistert hat, wollen wir diesem auch bei Tageslicht nochmals einen Besuch abstatten. Er gleicht einem Zauberwald und es fühlt sich so an, als würde jeden Moment eine Fee erscheinen. Alte Steine mit Moos überwachsen, riesige alte Bäume, bei denen es sich hauptsächlich um japanische Zedernbäume handelt, viele schöne Skulpturen an denen sichtlich der Zahn der Zeit nagt.

Es findet gleich das Speiseritual für Kôbô Daishis Essen statt. Die Mönche tragen eine große Kiste, in der sich das Essen befindet, zum Tempel am Hügel. Dort rezitieren sie wieder Sutren.

Mit dem Auto treten wir die Reise nach Osaka an. Stefan fühlt sich heute ein bisschen schlapp und meint, dass es aufgrund der veganen Speisen ist. Das Frühstück war alles andere als nahrhaft und den kalten, mit Wasser vollgesaugten Tofu haben wir ausgelassen. Am Weg wollen wir einen Abstecher nach Nara machen. Dort besichtigen wir den Tempel, in dem der „Big Buddha“ zu sehen ist.

In Nara laufen seit Menschengedenken in der gesamten Stadt Rehe herum. Sie überqueren seelenruhig die Straßen, betteln vor Geschäften und Shops um Futter und sind überhaupt nicht menschenscheu.

Wir müssen auch schon wieder weiter, da wir das Mietauto um 18 Uhr in Osaka zurück geben müssen, es klappt alles wie geplant.

Trotz dem Kampf mit dem Navi in japanischer Sprache, kommen wir pünktlich in Osaka an. Osaka ist eine Businessstadt und wirtschaftliches Zentrum der Region. Die Stadt verzeichnet 2,7 Millionen Einwohner.

Gleich nach dem Einchecken machen wir uns zu Fuß ins bunte Treiben der Stadt. Unterwegs kehren wir auf ein paar kulinarische Kostproben bei diversen Straßenküchen ein.

Es ist unfassbar, was hier los ist. Es blinkt und leuchtet überall, es gibt kein Gebäude ohne überdimensionierte Leuchtreklame. Hinzu kommt laute Musik oder Geräusche aus den vielen Automaten.

Wir sind total reizüberflutet, finden die Stadt aber trotzdem cool. Wir suchen uns ein Teriyakilokal und bekommen Plätze an der Bar zugeordnet.

Wir nehmen das Chef Menue, der Koch bereitet unterschiedliche Happen für uns zu, bis wir stoppen und die weitere Auswahl selbst treffen können oder eben das Essen beenden. Es war köstlich und wir führen eine angenehme Unterhaltung mit den beiden Köchen, die uns auch wieder Tipps für die Weiterreise geben. Nachdem wir uns beim Personal auf japanisch bedanken und verabschieden, erklärt uns die Kellnerin, dass man in Osaka andere Vokabeln dafür verwendet. Die Einwohner Osakas sprechen einen japanischen Dialekt, der Ōsaka-ben genannt wird. Osaka ist zudem als „Küche Japans“ bekannt. Fragt man die Einheimischen, welche Sehenswürdigkeiten man in Osaka besichtigen soll, antworten sie mit „just eating“.

Nach dem Abendessen geben wir uns wieder der Reizüberflutung hin und machen auch noch einen Abstecher in ein Kaufhaus, weil uns fasziniert, was es hier alles zu kaufen gibt. So viel Zeug, das wir im Leben nicht kaufen würden. Einen Screen Cleaner fürs Handy, Unmengen an Kleider, Röcken, Kimonos, Schuhe uvm. für Hunde und Katzen. Dabei sieht man auch in Osaka so gut wie keine Hunde. Auf den Straßen stehen alle paar Meter unzählige Automaten, die diese kleinen Plastikbälle mit einer Überraschung anbieten. Wir zählten auf einem Fleck mehr als 140 Automaten. Die Einheimischen sind wirklich lustig und eigentlich sehr kindisch.

Am Heimweg ins Hotel kehren wir noch in einer Bar auf einen Sake ein.

Gute Nacht, crazy Osaka.

https://2-minutes.today/wp-content/uploads/2021/02/2-Minutes-Logo.png 0 0 Manuela und Stefan https://2-minutes.today/wp-content/uploads/2021/02/2-Minutes-Logo.png Manuela und Stefan2020-03-02 22:00:002020-03-03 22:50:43Kōya-san – Nara – Osaka
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