Himejijo – Kyūshū – Unzen Hell

Wir haben den Wecker für 6:15 Uhr gestellt. Mir geht es heute etwas besser und die Körpertemperatur ist wieder im normalen Bereich.

Mit dem Taxi fahren wir zu der 30 Minuten entfernten Station Shin Osaka und nehmen dort den Shinkansen Richtung Hakata, allerdings kaufen wir die Tickets nur bis Himeji, da wir dort das Castle besichtigen möchten. Nach 45 Minuten mit einer Geschwindigkeit von 300 km/h, kommen wir auch schon an.

Leider regnet es hier und wir kaufen uns im Family Mart noch schnell einen dieser billigen Regenschirme, die in Japan überall angeboten werden und versperren unser Gepäck am Bahnhof.

Zu Fuß gehen wir die 15 Minuten bis zu der wunderschönen Burg aus dem 17. Jahrhundert, die aus Holz und Stein erbaut und in ihrer weißen Pracht schon aus der Ferne zu sehen ist. Sie gehört zu den nationalen Kulturschätzen Japans und wurde 1993 von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

Die Dächer und Wände der Burg wurden von 2010 bis 2015 renoviert. Nach der Besichtigung des Aussenbereiches sind wir trotz Schirm schon recht nass und freuen uns, endlich das Innere der Burg besichtigen zu können.

Allerdings muss man dabei die Schuhe ausziehen und über den eiskalten Boden gehen. Schlapfen gibt es momentan Dank der Coronahysterie keine. Da die Fenster der Burg nicht zu verschließen sind, ist es innen genauso kalt wie draussen.

Zurück bei der Shinkansen Station kaufen wir noch Mittagessen und setzen die Fahrt fort und nach exakt 2 Stunden sind wir in Hakata. Die Fahrt im Shinkansen mögen wir sehr, da man auf angenehme und bequeme Art innerhalb Japans schnell vorankommt. Mit dem Auto hätten wir mehr als doppelt so lange hierher gebraucht.

In Hakata nehmen wir unser Mietauto entgegen. Es ist immer wieder eine Sucherei nach dem richtigen Weg, da vieles nicht auf Englisch angeschrieben ist, beziehungsweise die Japaner kaum oder schlecht Englisch sprechen. Aber irgendwie kommen wir immer voran und so finden wir auch das Büro der Autovermietung. Diesmal bekommen wir einen kleinen, neuen Mazda mit Sportmodus, welches sich für die kommende Fahrt über die enge Serpentinenstraße sehr zu unserer Freude auswirkt.

Kurz vor 18 Uhr sind wir in unserem Hotel in Unzen Hell. Unzen Hell ist ein Ort auf Kyūshū, der drittgrößten Hauptinsel Japans, die eine Einwohnerzahl von 13 Millionen Menschen verzeichnet. Der gesamte Ort wirkt wie ein etwas vernachlässigter Kurort und auch die Hotels wirken allesamt schon sehr in die Jahre gekommen. Auch unser Hotel erscheint uns etwas desolat, doch durch den für uns nicht alltäglichen asiatischen Stil ist es aber nicht gar so schlimm.

Wir wollen gleich noch das Onsen im Hotel ausprobieren. Onsen nennt man die Gemeinschaftsbäder, die mit sehr heißen Wasserbecken ausgestattet sind. Erst duscht man nebeneinander auf kleinen Hocker sitzend, geht anschließend ins heiße Becken, bevor der zweite Durchgang beginnt. Die Onsen in den Hotels in Unzen Hell haben eine Zuleitung der Quelle im Ort und sind mit Thermalwasser mit viel Schwefel ausgestattet, dementsprechend riecht es auch im ganzen Ort. Die meisten Onsen sind leider zwischen Männer und Frauen separiert, somit müssen wir beide unterschiedliche Räumlichkeiten aufsuchen. An dem Abend stehen Frauen zwei verschiede Onsen zur Verfügung. Beide sind schon sehr desolat, sehr dunkel und hätten eine Renovierung dringend notwendig. Bei den beiden für die Männer, befindet sich eines im neuen Trakt des Hotels und ist im neuen Design, welches Stefan sehr gut gefällt. Es war aber trotzdem gut und hat hoffentlich den angehenden grippalen Infekt komplett besiegt.

Beim anschließenden Abendessen handelt es sich um ein Private Kaiseki Dinner. Wir werden in einen kleinen Raum nur für uns geführt. Der Tisch ist schon mit wunderbaren Köstlichkeiten gedeckt und laufend kommen weitere hinzu.

Nach eineinhalb Stunden non-stop essen, bleibt uns nur noch der Weg in unser Zimmer, da die Hotelbar immer nur bis 18 Uhr geöffnet ist. Hier bestätigt sich wieder der Charakter einer Kurortes.

Im Zimmer wurden schon die Matratzen am Boden bereit gelegt. Es scheint, als werden wir die Nacht auf sehr dünnen Matratzen verbringen.

Gute Nacht Unzen Hell

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