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Archiv für die Kategorie: Brasilien 2018

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Rio de Janeiro – Sambódromo

12. Februar 2018/0 Kommentare/in Brasilien 2018/von stefan

Heute Früh nehmen wir unterwegs wieder den obligatorischen Fruchtsaft ein und frühstücken anschließend beim Italiener.

Danach gehen wir zum Feira (Markt) in Ipanema und besichtigen dort viele Kunsthandwerke.

Irgendwie vergeht die Zeit heute sehr schnell. Schnell kaufen wir noch ein paar Kleinigkeiten und zischen zurück in unser Zimmer, um uns für das Sambódromo aufzubrezeln.

Ab in die Maske, rein ins Kostüm und schon sind wir in der Metro.

Wir möchten vorm Sambódromo auch noch schnell das Museu do Amanhã und dann noch eine bekannte Graffiti Wand besichtigen.

Es ist sagenhaft, was sich hier abspielt. Die ganze Stadt steht Kopf. In der Metro wird gesungen und getanzt und aufgrund fehlender Instrumente wird gegen das Dach der Metro geklopft. Es hat wirklich jeder gute Laune und niemand käme nur annähernd auf die Idee, sich über den Lärm zu beschweren. Wir finden das genial und würden eine solche Mentalität in Wien sehr begrüßen.

Wir „stecken“ in der Metro und beobachten das bunte Treiben und dabei wird uns bewusst, dass sich das Museum wohl nicht mehr ausgeht.

Planänderung! Wir fahren gleich zum Sambódromo und essen unterwegs noch etwas. So sind wir rechtzeitig dort.

Ein Straßenimbiss weckt unser Interesse. Hier gibt es wieder diese tollen Teigtaschen und den Zuckerrohrsaft, der auf der Straße frisch gepresst wird.

Einfach köstlich das Essen und die Bewirtung. Die Dame vom Imbiss freut sich über unseren Besuch und spendiert uns noch einen weiteren Zuckerrohrsaft.

Wir finden es bemerkenswert, dass wir mehrfach davor gewarnt wurden mit der Metro zum Sambódromo zu fahren. Und am Weg dorthin sollen wir die Karten unbedingt gut verstecken und keinesfalls sagen, dass wir welche haben. Jetzt wo wir da beim Straßenimbiss sitzen, müssen wir fast schmunzeln, da sich wirklich kein Mensch für uns interessiert.

Zufrieden abgespeist bewegen wir uns Richtung Eingang. Fünfzehn Minuten später kommen wir dort an und stellen uns zur Warteschlange. Die Sonne knallt runter, es hat heute 36 Grad. Die geübten Karnevalbesucher haben Regenschirme mit, um sich vor der Sonne zu schützen. Es dauert noch knapp eine Stunde bis zum Einlass. Vor uns steht eine Frau mit ihrer Mutter und einer Freundin. Die Freundin bietet uns einen Platz unterm Schirm an. Stefan nimmt ihr dafür das Halten ab. Die junge Frau Camila de Avila, eine brasilianische Journalistin, spricht englisch und es ergibt sich ein sehr nettes Gespräch. Wir reden über brasilianische Musik und dabei erwähnt sie bescheiden, dass ihre Lieder auf Spotify zu hören sind.

Zufällig haben wir Karten für den selben Sektor und so wird schnell klar, dass wir Plätze nebeneinander suchen möchten. Ihr Vater kommt auch noch dazu. Eine sehr entzückende Familie, die uns sofort ins Herz geschlossen hat. Sie wohnen in einer anderen brasilianischen Stadt, in Belo Horizonte, reisen aber jedes Jahr zum Karneval nach Rio.

Der Vater von Camilla möchte uns unbedingt in sein Haus einladen. Zu schade, dass wir am Mittwoch Abend schon abreisen und deren Heimatort zu weit weg ist von Rio.

Wir hätten die Familie nur zu gerne besucht. Fausto, der Vater von Camila, nennt Stefan „brother in my heart“. Familie De Avila ist Anhänger der Sambatanzschule Magueira.

Beim Sambadromo geben an diesem Tag 7 Tanzschulen ihre Show in der 700 Meter langen Arena zum Besten. Jede einzelne Parade dauert ca. 60 Minuten, danach wird die Arena gereinigt und 20 Minuten später startet die nächste Parade.

Es herrscht eine unglaublich gute Stimmung und bei mir kommt Gänsehaut auf. Wir können nicht glauben, so etwas tatsächlich miterleben zu dürfen. Unsere neuen Freunde erzählen uns sehr viel zum Ablauf und über die Tanzschulen selbst. Die Brasilianer haben allesamt eine derartige Freude an dieser Veranstaltung. Aber wir können es inzwischen nachvollziehen. In unserer Reihe sitzt eine weitere Familie. Eine Pensionistin und ihre Angehörigen. Sie heißt Rosy und kommt sehr bald auf uns zu und möchte viel über uns wissen. Auch sie versucht, so viele Informationen als nur möglich an uns weiter zu geben. Ihr erwachsener Sohn lauft los, um eine Broschüre in englischer Übersetzung zu finden. In Brasilien findet man kaum etwas ins Englische übersetzt. Aber er gibt nicht auf und wird lange später dann doch noch fündig. Sie möchten es auch für uns zu einen unvergesslichen Erlebnis machen.

Wir halten bis inklusive der vorletzten Parade durch. Um 7 Uhr in der Früh kommen wir mit der Metro zu Hause an. Jetzt müssen wir nur noch den Flitter von Gesicht und Körper entfernen. Um halb acht Uhr gehen wir endlich zu Bett.

Bom noite Karneval

https://i0.wp.com/2-minutes.today/wp-content/uploads/2018/02/img_1367.jpg?fit=854%2C640&ssl=1 640 854 stefan https://2-minutes.today/wp-content/uploads/2021/02/2-Minutes-Logo.png stefan2018-02-12 01:30:442023-04-08 11:43:17Rio de Janeiro – Sambódromo

Rio de Janeiro

10. Februar 2018/0 Kommentare/in Brasilien 2018/von Manuela und Stefan

Heute schlafen wir mal so richtig aus. Nachdem wir gestern keinen funktionierenden Bankomaten gefunden haben, müssen wir uns noch vor dem Frühstück auf die Suche machen. Nun wurde uns aber ausdrücklich empfohlen, keinerlei Bankomat- oder Kreditkarten bei uns zu haben. Ich habe aber schon in Wien einen Plan geschmiedet und zwei Organzasäckchen mitgenommen. In eines kommt Bargeld, ins andere die Karten. Die Säckchen knüpfe ich an meine BH-Träger fest und stopfe sie rein. So ist alles sicher aufbewahrt und schenkt mir fast ein Körbchen mehr – kann nicht schaden 😂.

Zu Fuß machen wir uns auf den Weg. Um das letzte Bargeld kaufen wir uns frische Fruchtsäfte. Auf geht’s zum Bankomaten, denn die Säckchen müssen gefüllt werden 😉. Als alles am rechten Fleck war, können wir unser Frühstück mit Blick auf die Copacabana genießen.

Ein anschließender Besuch beim Fort und schon marschieren wir wieder zurück ins Geschehen.

Die ganze Stadt ist schon am Vormittag in Partystimmung. So manche sind sichtlich noch vom Vorabend unterwegs. Ich kann durchaus nachfühlen, wie es ihnen heute wohl geht.

Zurück im Zentrum buchen wir für heute Abend einen Salsa Tanzkurs.

Anschließend kaufen wir ein paar Accessoires für unseren Sambodromo Besuch morgen.

Es ist sehr heiß heute. Dabei hat uns Vania gestern erklärt, dass der Sommer diesmal ungewöhnlich mild ist. Wir meinen, dass 36 Grad genug sind für eine Stadtbesichtigung.

Unsere erste Pause machen wir am späteren Nachmittag und nach gefühlten 15.000 Schritten und bevor der nächste Bloco in Ipanema startet. Dieser Bloco ist noch viel größer als der gestern.

Tausende Menschen, verschwitzt dicht aneinander gedrängt bewegen sich in eine Richtung und singen und tanzen dabei. Und mittendrin sind wir beide. Der Boden ist nass und es riecht nach Bier und immer wieder auch nach Urin. Meine Flip Flops schreien jetzt schon nach einer Dusche. Wir bewegen uns ein ganzes Stück mit und versuchen dann aus der Reihe zu tanzen und gehen nach Hause. Wir müssen uns ja noch frisch machen für den Tanzkurs und den Samba Club.

Es finden überall Blocos statt und man aufgrund der vielen Menschen im Moment weder mit der U-Bahn noch per Taxi weiter. Wir gehen also die 2,5 Kilometer zu Fuß zum Tanzkurs.

Der Tanzkurs ist ein Hammer. Es sind zwar heute viel mehr Teilnehmer als sonst, aber dafür sehr lustig geführt.

Eine Stunde lang versuchen die beiden Tanzlehrer, Helio und Patrick, uns die Sambaschritte zu lernen. Samba hat mit Abstand die schnellsten Schritte von jenen lateinamerikanischen Tänzen, die wir bisher gelernt haben.

Nach der Tanzstunde fahren wir mit einem Teil der Gruppe nach Lapa. Dieser Teil von Rio ist bekannt für das Nachtleben und die vielen Bars.

Dort angekommen, schenkt Helio noch auf der Straße den mitgebrachten Cachaça an uns aus. Bitte nur kein Cachaça Revival, dachte ich mir. So, Schnaps vertilgt, jetzt stürzen wir uns in den dreistöckigen Sambaclub „Rio Scenarium“. Es herrscht supertolle Stimmung und wir tanzen zu der Livemusik.

Der Club ist sehr gut besucht und auf der Tanzfläche sind die Menschen dicht aneinander gereiht. Man könnte einen Aufguss machen, so heiß ist es hier. Aber die Band spielt großartig und so tanzen wir bis die Füße brennen. Nach Mitternacht wird die Band abgelöst und nachdem wir diese nicht mehr so gut finden, gehen wir zur Kassa. Blöderweise funktioniert meine Kreditkarte plötzlich nicht mehr. Wir kratzen unser letztes Bargeld zusammen und es bleibt nichts mehr für das Taxi über. Ich habe die Befürchtung, dass die Karte vom vielen Schwitzen im „Geheimsackerl“ beschädigt ist, aber wir hoffen, dass es nur ein Verbindungsproblem war. Also suchen wir uns ein Taxi und versuchen, dem Fahrer zu erklären, dass wir am Heimweg noch bei einem Bankomaten vorbei müssen.

Er tut so, als würde er verstehen, was wir meinen. Es stellt sich aber rasch heraus, dass dem nicht so ist. Irgendwann sind wir dann endlich bei einer Bank angelangt, aber die Banken hier sperren die Foyers über Nacht. Einige Banken haben ihre Filialen über den Karneval zugenagelt, Bankomaten auf den Straßen gibt es kaum. Wir versuchen nochmals meine Kreditkarte, wieder ohne Erfolg. Aus Sicherheitsgründen hat immer nur einer von uns eine Kreditkarte und der andere die Bankomatkarte mit. Jetzt sitzen wir lange nach Mitternacht im Taxi ohne Geld, mit kaputter Kreditkarte, keine Geldautomaten weit und breit und einem Fahrer, der uns nicht versteht. Mit Onlinewörterbuch versuchen wir uns gegenseitig etwas mitzuteilen. Er hat jetzt endlich unser Problem verstanden und googelt nach einem Bankomaten, der auch nachts zugänglich ist. An einem Standort nicht allzu weit weg, stehen drei Automaten zur Auswahl. Der erste funktioniert schon mal nicht, beim zweiten sind wir dann erfolgreich. Geschafft, rein ins Taxi und ab nach Hause. Das war ein Irrglaube. Der Fahrer schreibt im Google Translator, dass er uns bei einem anderen Platz absetzen möchte. Stefan zeigt ihm am Handy unsere Adresse. Daraufhin schreibt er uns, dass diese Straße innerhalb einer Favela liegt und er dort nicht hinfährt. Favelas sind die Armenviertel in denen Unmengen an armen Menschen auf engstem Raum leben und aus Sicherheitsgründen wird davor gewarnt, sich in dieses Gebiet zu begeben. Wir sind fassungslos und geben ihm zu verstehen, dass wir nicht in der Favela wohnen. Endlich sind wir zu Hause angekommen. Der Fahrer zeigt uns vorm Aussteigen noch, dass die Favela Pavãozinho nur etwa 250 Meter von unserem Appartement entfernt ist. Unsere anschließende Recherche zeigt aber, dass diese Favela als befriedet gilt.

Um 3 Uhr fallen wir dann endlich ins Bett.

Bom noite Samba 💃

https://i0.wp.com/2-minutes.today/wp-content/uploads/2018/02/img_1202.jpg?fit=1552%2C640&ssl=1 640 1552 Manuela und Stefan https://2-minutes.today/wp-content/uploads/2021/02/2-Minutes-Logo.png Manuela und Stefan2018-02-10 23:30:462023-04-08 11:42:17Rio de Janeiro

Olà Rio de Janeiro

9. Februar 2018/0 Kommentare/in Brasilien 2018/von Manuela und Stefan

Wir müssen heute zeitig raus, da wir mit dem Auto nach Rio fahren und pünktlich dort antreffen müssen. Die Nacht war etwas unruhig, da sich Stefan einen Nerv eingeklemmt haben dürfte und nächtens vor Schmerzen nicht mehr schlafen konnte. Aufopfernd wie ich bin 😉, suche ich – immer noch vom Cachaça ziemlich beeinträchtigt – nach den Schmerztabletten. Danach bekommt er noch eine kurze Massage. Irgendwann wirkt das Mittel und wir schlafen weiter.

Die Fahrt nach Rio dauert etwas länger als geplant, haben wir doch wieder die tollen Geschwindigkeitsbeschränkungen von 40-60 Stundenkilometer. Am Straßenrand treffen wir auch diesmal auf zahlreiche Verkäufer. Ich habe gelesen, dass Kokoswasser gut für den Magen sein soll und nachdem mir immer noch schlecht vom Vorabend ist, kaufen wir eine frische bei einer Straßenhändlerin. Stefan war ja auch nicht gerade in Topform. Also, wenn das Kokoswässerchen nicht hilft, dann schadet es zumindest auch nicht.

In Rio geraten wir in einen Stau, zudem nehmen wir auch noch eine falsche Ausfahrt und müssen einen 40 minütigen Umweg auf uns nehmen. Dieser führte uns zumindest auf die 13 km lange Brücke – Ponte Rio-Niterói – mit einem ersten tollen Blick auf die Copacabana.

Dennoch kommen wir fast pünktlich bei unserem AirBnb Appartement an. Polizisten stehen vor dem Gebäude. Die Gegend sieht durchaus freundlich aus. Der Portier schickt uns hinauf in den ersten Stock. Das Stiegenhaus ist jedoch zum Fürchten (für Manuela 😉), sehr enterisch. Aber mit unserem Appartement sind wir sehr zufrieden. Unser netter Vermieter Helio gibt uns den Tipp, das bereits am Abend der erste Bloco (Straßenparty) stattfindet.

Schnell bringen wir unser Gepäck hinauf und führen unseren Wagen zurück zur Verleihstelle. In Rio brauchen wir kein Auto mehr. Zu Fuß gehen wir ins Ticket Office wo unsere Sambodromo Karten aufliegen.

Es ist alles toll organisiert und die Leute hier im Office sind schon in Karneval Stimmung und singen, während sie den Computer bedienen. Es ist schön, eine solche Lebensfreude zu spüren.

Anschließend machen wir uns für den Abend fertig. Unsere Vermieter gehen heute selbst zum Bloco und haben uns gefragt, ob wir uns dort treffen wollen. Einen Abend mit Einheimischen wollen wir natürlich nicht verpassen. Laut Vania und Helio wird es heute Abend ein familiärer Bloco sein, nicht so groß und wild wie die meisten anderen. Als wir dort ankommen, trauen wir unseren Augen und Ohren nicht. Menschen soweit das Auge reicht und eine Lautstärke, die nicht zu beschreiben ist.

Alle singen und tanzen und gehen dem Karneval LKW hinterher. Unfassbar, wie viele Menschen hier zusammenkommen. Wir finden durch Zufall und teilweiser WLAN Verbindung unsere Vermieter. Wir tanzen gemeinsam mit ihnen hinter dem LKW her. Es stoßen immer mehr Freunde von den beiden dazu. Die Brasilianer sind unglaublich gastfreundlich. Jeder möchte sich mit uns unterhalten, gibt uns Tipps für den Aufenthalt in Rio. Möchte uns deren Telefonnummer für den Notfall geben. Es ist sehr lustig mit den Leuten und dank ihnen finden wir doch noch Gefallen an der Veranstaltung.

Irgendwann sind wir alle durchgeschwitzt und hungrig. Gemeinsam gehen wir in ein italienisches Restaurant, weil die Einheimischen diese Küche so gerne mögen. Der Abend ist begleitet von netten Unterhaltungen und wir erfahren sehr viel über das Leben hier. Gegen Mitternacht treten wir zu Fuß den Heimweg an. Es sind immer noch unfassbar viele Menschen auf der Straße und das Polizeiaufgebot ist groß. Wir fühlen uns nach wie vor wohl hier.

Bom noite Rio!

https://i0.wp.com/2-minutes.today/wp-content/uploads/2018/02/img_1181.jpg?fit=854%2C640&ssl=1 640 854 Manuela und Stefan https://2-minutes.today/wp-content/uploads/2021/02/2-Minutes-Logo.png Manuela und Stefan2018-02-09 23:30:322023-04-08 11:41:27Olà Rio de Janeiro
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